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Remscheid
Führungen durch Lennep sehr gefragt

Remscheid: Führungen durch Lennep sehr gefragt
Im historischen Gewand führt Lothar Vieler als Lenneper Nachtwächter durch die Gassen der Röntgenstadt und erzählt so manches Histörchen. Gerade dieses Angebot der IG Stadtführer kommt sehr gut an. FOTO: Moll (archiv)
Remscheid. Interessengemeinschaft Remscheider Stadtführer feiert Zehnjähriges. Vorsitzende spricht von neuem Schwung. Von Stefanie Bona

Etwas lernen und etwas erleben - diese Erwartung wird heute an eine gute Stadtführung gehegt. "Eine gute Mischung aus Unterhaltung und Information, die aber nicht zu datenlastig sein darf, ist wichtig", weiß Claudia Holtschneider, Koordinatorin der IG Remscheider Stadtführer. Nichtsdestotrotz müsse die Qualität stimmen, betont die Historikerin. Daher widmet sie der Ausbildung neuer Stadtführer, wie sie zuletzt im Frühjahr 2015 stattfand, sehr viel Aufmerksamkeit. Zum Abschluss gibt es eine theoretische und praktische Prüfung. Mit im Boot dabei ist der Bergische Geschichtsverein, der die Qualifikation der Damen und Herren unterstützt.

Mit neuen Formaten, wie dem "Kulinarium in der Remscheider Innenstadt" hat die IG ins Schwarze getroffen. Die Vermittlung von Stadtgeschichte und Einkehr in verschiedene Lokalitäten käme sehr gut an, berichtet Claudia Holtschneider. Das größte Interesse gebe es jedoch nach wie vor an Lennep. Auch hier sprechen gerade neue Konzepte wie die Führungen des Lenneper Nachtwächters viele Menschen an. Der Historikerin ist wichtig, dass die einzelnen Stadtführer ihre Ideen und Neigungen einbringen können, davon könne die IG als Ganzes nur profitieren.

Gerade für Touristen sei die Historie der alten Hansestadt spannend. Die Führungen durch andere Ortsteile, wie etwa über den Hasten und durch Büchel, durch den Südbezirk oder Besichtigungen des Clemenshammers würden dann eher von den Remscheidern selbst nachgefragt, die an ihrer eigenen Stadt interessiert seien. Dabei findet Claudia Holtschneider, hätten verschiedene Stadtteile eine interessante Geschichte zu bieten. "Lennep steht im Fokus, der Rest von Remscheid wird nicht gut vermarktet. Das könnte man noch besser machen", regt sie an.

In diesem Jahr feiert die IG Remscheider Stadtführer, die zur Regionale 2006 den Startschuss erhielt, ihr zehnjähriges Bestehen. "Damals gab es einen Boom, gerade von auswärtigen Gästen. Dann hatten wir einen kleinen Einbruch. Mittlerweile ist aber wieder richtig viel Schwung in die Sache gekommen." Angebote, wie etwa der Bummel von Harald Blondrath alias Herr Röntgen durch Lennep, finden auch bei Firmen Gefallen, die etwa ihre Weihnachtsfeier in die Altstadt verlegt haben, um nach der Stadtführung noch in einem der örtlichen Restaurants zu essen. Auch werden Besuche im Deutschen Röntgen-Museum gerne mit einer Stadtführung durch Lennep verknüpft. An Ideen für neue Konzepte mangelt es nicht. Bliedinghausen etwa habe viel Potenzial oder ein Spaziergang durch die Ortsteile Rath und Ibach mit ihren alten Handelshäusern sei ebenso hoch interessant, sagt die Inhaberin der Agentur "Via temporis", die historische Dienstleistungen, zum Beispiel die Erstellung von Firmenchroniken, anbietet.

Dass es inzwischen in Remscheid auch andere Anbieter von Stadtführungen gibt, weiß Claudia Holtschneider. "Da haben wir keine Berührungsängste. Jeder hat sein Publikum." Es gebe sogar hin und wieder eine Zusammenarbeit im Bereich der englischsprachigen Führungen, die sie selbst im Rahmen des IG-Programms übernimmt. Und dann müsse man ja auch sehen, wie sich das touristische Potenzial nicht zuletzt vor dem Hintergrund der DOC-Planungen entwickele.

Quelle: RP
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