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Remscheid
Führungsetage macht Praktikum

Remscheid: Führungsetage macht Praktikum
Wolfgang Putz, Leiter des Umweltamtes, besuchte Dirostahl. FOTO: Hertgen Nico
Remscheid. Die führenden Mitarbeiter der Stadt besuchten für einen Tag die Unternehmen der Mitglieder der Wirtschaftsjunioren. Beide sprechen von Lernerfolgen. Von Christian Peiseler

Sozialdezernent Thomas Neuhaus hat bei Tee-Gschwendner am Mittwoch im Allee-Center an der Waage gestanden und Tee verkauft. Als Tagespraktikant bei Annika Beckmann, die Mitglied der Wirtschaftsjunioren ist. Zwei Erkenntnisse hat der Sozialdezernent aus diesem Treffen gewonnen. Wie schwierig es sein kann, Familie und Beruf als Unternehmerin unter einen Hut zu bekommen, und von welcher herausragenden Bedeutung das freundliche Gespräch mit den Stammkunden ist. Erkenntnisse, die Neuhaus nicht zum ersten Mal gekommen sind, aber Erkenntnisse, die sich durch den Rollentausch noch einmal verstärkt haben.

Thomas Neuhaus gehörte zu einer ganzen Gruppe von hochrangigen städtischen Mitarbeitern, die einen Tag Mitglieder der Remscheider Wirtschaftsjunioren (Wijus) besuchten. Bei den Wijus sammeln sich junge Remscheider, die in ihren Unternehmen Führungspositionen bekleiden. Der Einblick in die Welt der Unternehmen soll die Sensibilität bei der Stadt für die Anliegen der Wirtschaft schärfen. Und umgekehrt: Die Unternehmer haben bei ihrem Besuch im vorigen Jahr erfahren, wie eine Stadtverwaltung arbeitet.

Die Palette an fachlichen Gesprächsthemen zwischen Dr. Roman Diederichs und Wolfgang Putz, Leiter des Umweltamtes, ist groß. Schnell stellte sich heraus, dass sowohl das Umweltamt wie auch der Stahlproduzent gemeinsam unter einer Entwicklung leiden. "Es gibt eine Unzahl an Vorschriften, die viel Bürokratie verursacht", sagte Putz. Bürokratie-Abbau - da ziehen beide an einem Strang.

Dirk Faust, Geschäftsführer des Jobcenters, steht an der Spitze eines Unternehmens, das im Jahr etwa 85 Millionen Euro ausgibt und 17.000 Kunden betreut. Kunden, die ohne Arbeit sind. Die Begegnung mit dem Radevormwalder Patrick Greiner, der Zeitarbeitsfirmen berät, bezeichnete er als einen Gewinn. "Es hat sich nach diesem Treffen eine Perspektive ergeben, auch in Wermelskirchen neue Arbeitgeber zu finden, mit denen wir zusammenarbeiten können." Auch Thomas Gregier, Leiter der Kämmerei, nahm wichtige Impulse für seine Arbeit nach dem Besuch beim Wirtschaftsprüfer Thomas Strycker mit. "Ich fand es sehr interessant zu sehen, wie viele Prüfprozesse durch Automation gelöst werden", sagte Gregier. Da könne sich die Kämmerei dran orientieren.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz interessierte sich bei der Firma Kempkes vor allem für die Organisation der Arbeitsprozesse dieses weltweit agierenden Unternehmens. Wie bedeutsam die Entwicklung von Brachen und Gewerbeflächen für die Wirtschaft ist, sei ihm nochmals deutlich geworden.

Quelle: RP
 
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