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Remscheid
Für Gedenkort für NS-Opfer fehlt ein Platz und das Geld

Remscheid. Knapp sechs Jahre nach dem Ratsbeschluss ist die Stadt beim Thema keinen Schritt weitergekommen. Neuer Anlauf ist im kommenden Jahr geplant. Von Henning Röser

Der Ratsbeschluss ist mittlerweile fast sechs Jahre alt, aber noch immer gibt es keine Fortschritte bei der Realisierung des geplanten Gedenkorts für die Opfer des Nationalsozialismus in Remscheid. Es fehlt nach wie vor ein Sponsor, der die geschätzten Kosten in Höhe 7500 bis 10 000 Euro übernimmt. Der Rat hatte damals beschlossen, dass der Stadt keine Kosten durch die Errichtung entstehen sollen.

Nun ist ein zweites Problem hinzugekommen. Der als Gedenkort ins Auge gefasste Bahnhofsgarten ist gerade erst vom Rat an einen Investor verkauft worden, der hier ein Kino errichten will.

Linken-Fraktionschef Fritz Beinersdorf, dessen Partei das Thema auf die Agenda gebracht hatte, warf der Stadt in der jüngsten Ratssitzung vor, das Thema seit Jahren nur vor sich herzuschieben. Es sei der Stadt "lästig". Das wies Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) zurück. Es fehle aber nach wie vor an einem Sponsor. "Das Geld muss ja irgendwo herkommen." Im neuen Jahr seien weitere Gespräche angesetzt. Auch über einen Ersatzstandort werde man nachdenken.

Geplant ist, dass ein Obelisk aufgestellt wird, in den ein Glasblock mit eingeprägtem Foto eingelassen wird. Die historische Aufnahme zeigt die Deportation von in Remscheid lebenden Sinti und Roma nach Auschwitz im Jahr 1943. Das Foto wurde genau an der Stelle aufgenommen, an der bislang der Gedenkobelisk geplant war.

Der Entwurf des Denkmals stammt vom Remscheider Künstler Klaus Küster. Küster ist Ratsmitglied der Linken und hat sich in den vergangenen Jahren stark für den Gedenkort engagiert. Der Stadt wirft er mangelndes Engagement vor. Mast-Weisz sagte im Rat, dass er Küster habe überreden können, die Arbeit fortzusetzen.

Quelle: RP
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