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Remscheid
Fuß vor Fuß für den Geist

Remscheid: Fuß vor Fuß für den Geist
Vom Pilgertag für Männer erhofft sich Rechtsanwalt Norbert Springob spirituelle Impulse. FOTO: Moll, Jürgen
Remscheid. Vom Pilgertag für Männer erhofft sich Rechtsanwalt Norbert Springob spirituelle Impulse. Von Wolfgang Weitzdörfer

Norbert Springob hat ein Wochenende vor sich, an dem er Einiges über sich herausfinden will. Zum Beispiel, ob er in einer Gruppe zu innerer Ruhe und spirituellen Einsichten kommt. "Und ob ich überhaupt gruppenkonform bin", sagt der 47-jährige Fachanwalt für Verkehrs-, Familien- und Strafrecht aus Remscheid lachend. Er wird heute am Männerpilgertag teilnehmen.

Veranstaltet wird die spirituelle Wanderung, die auch einen Teil des bekannten Jakobswegs beinhaltet, vom evangelischen Kirchenkreis Lennep - knapp 20 Männer nehmen daran teil. Der Weg führt von der evangelischen Kirche in Lüttringhausen zur Klosterkirche Beyenburg. Von dort geht es über den Jakobsweg weiter nach Walbrecken/Spieckern und Frielinghausen zurück nach Lüttringhausen. Nach dem 20 Kilometer langen Weg wird zu einem Grillfest am CVJM-Haus eingeladen.

Ebenfalls möchte Springob heute herausfinden, ob das Pilgern vielleicht etwas für ihn sein könnte: "Denn eigentlich bin ich passionierter Läufer, ich laufe etwa 80 Kilometer in der Woche", sagt der 47-jährige, verheiratete Vater von zwei Töchtern und ergänzt: "Angefangen habe ich das vor knapp vier Jahren." Damals aus gesundheitlichen Gründen: "Mein Arzt hat mir gesagt, dass die Entscheidung exakt die richtige gewesen ist", erinnert sich Springob.

Mit dem Laufen einherging eine komplette Umstellung der Ernährung und der Gewohnheiten - sowie ein deutlicher Gewichtsverlust: "Ich habe in diesem Zuge 27 Kilo abgenommen", sagt Springob, der nicht nur von sich selbst sagt, dass er mit sich im Reinen sei, sondern das auch deutlich ausstrahlt. Das sei nicht immer so gewesen. Bevor er mit dem Laufen angefangen habe, sei er unausgeglichen und belastet gewesen: "Heute kann ich Stimmungen ganz anders wahrnehmen."

Beim Laufen, vor allem "über mein zweites Zuhause, den Röntgenweg", habe Springob bereits viele spirituelle Erfahrungen gemacht. Und dafür ist der 47-Jährige durchaus empfänglich: "Ich bin zwar so streng katholisch aufgewachsen, dass ich mich in der Jugend von der Kirche ein wenig abgewendet habe", sagt der gebürtige Essener. "Aber heute gehe ich wieder regelmäßig in den Gottesdienst - meistens laufe ich vorher, gehe dann zum Bäcker und bringe meinen Frauen zu Hause Brötchen zum Frühstück mit", sagt er lachend. Vom Pilgerweg erwartet der Rechtsanwalt sich vor allem eines: "Einen spirituellen, christlichen Anstoß für den Geist", sagt er. Und einen verstärkten Ausgleich zu seinem Beruf, den er sonst auch beim Joggen findet: "Die Bewegung in der Natur gibt mir viel Demut und innere Ruhe. Das tut sehr gut, auch im Sinne eines beruflichen Abschaltens. Ich bin gespannt, wie das beim Pilgern aussehen wird."

Zwar habe er bislang noch absolut keine Pilgererfahrungen, könne sich aber durchaus vorstellen, auch das langsame Gehen, Fuß vor Fuß für den Geist, einmal in größerem Rahmen auszuprobieren: "Vielleicht wird es auch mal sogar der Jakobsweg", überlegt der 47-Jährige, hält kurz inne und fügt dann an: "Wenn das Erlebnis in der Gruppe jetzt positiv ist, dann könnte das sicher funktionieren."

Möglich sei auch, überlegt er weiter, eine "Pilgertour" zu den Städten seines Jura-Studiums. "Aber ich weiß es noch nicht. Ich werde den Tag auf mich zukommen lassen und dann sehen, ob das Pilgern etwas für mich ist", sagt Springob. Und wirkt dabei wieder völlig entspannt und mit sich im Reinen. Gerade so, als ob es gut sei, ganz egal, wie es dann komme.

Quelle: RP
 
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