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Remscheid
Galerie wird Traumhaus für die Musik- und Kunstschule

Remscheid: Galerie wird Traumhaus für die Musik- und Kunstschule
Architektin Claudia Braun in einem der umgestalteten Räume an der Scharffstraße. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Der Umbau der städtischen Galerie zur neuen Heimat der Musik- und Kunstschule ist abgeschlossen. Der Kulturausschuss zeigt sich bei einer Begehung beeindruckt von der Arbeit der Architektinnen und Handwerker. Von Henning Röser

Eigentlich beginnt der Umzug aus der Böker-Villa erst in der kommenden Woche. Doch die ersten "Bewohner" sind bereits angekommen in den neuen Räumen der Musik- und Kunstschule (MKS), die in die Gebäude der früheren städtischen Galerie an der Scharffstraße 7-9, die gleich gegenüber der Bücherei liegen, eingezogen ist.

In vielen Räumen hängen Schwarzweiß-Fotografien von Teona Gogichaishvili, die junge Schüler der Musik- und Kunstschule beim Musizieren oder Werken zeigen. Die Georgierin ist seit Februar neue Bereichsleiterein Kunst bei der MKS und hat sich wie ihre Kollegen auch mit eingebracht in die Gestaltung ihres neuen Domizils.

Bild aus dem Sommer. Der Zahn der Zeit hatte den beiden Häusern kräftig zugesetzt. FOTO: Claudia Braun

Ihre Fotos dienen einem doppelten Zweck. Sie schmücken nämlich nicht nur die mit viel Liebe zum Detail renovierten Räume der beiden Fachwerkhäuser, sondern dienen auch als Schallschutz. Dafür wurden sie auf einen speziellen Kunststoff aufgezogen. Akustisch korrespondieren sie mit großen Wandbespannungen, die zum Teil in Grüntönen gehalten sind. Sie können abgenommen werden. Zusammen mit mobilen Akustikwürfeln sollen so immer möglichst optimale Klangverhältnisse in den Übungsräumen geschaffen werden können.

Die Mitglieder des Kulturausschusses zeigten sich am Dienstagabend bei einer ersten Begehung der Räume beeindruckt von der Arbeit der beiden Architektinnen Claudia Braun und Anja Klein. Vor allem die Kenner der Galerie erkannten, mit wie viel Aufwand die von der Stadt vernachlässigten und vom Zahn der Zeit zum Teil arg angegriffenen Häusern restauriert wurden. Verfaultes Holzwerk musste vor allem im Dachgeschoss, das jetzt auch genutzt wird, ersetzt werden. Die Rolladenkästen an den Fenstern, durch die Feuchtigkeit ins Haus kam, wurden entfernt. Eine neue Heizanlage war auch nötig.

Fotos von Teona Gogichaishvili dienen als Wandschmuck und Dämmschutz zugleich. FOTO: Röser

Beeindruckt zeigten sich die Politiker auch von der harmonischen Inneneinrichtung. Der robuste und doch filigrane Fußboden aus gewebten Vinylfäden nimmt die Farben der Wandbespannungen auf und wechselt je nach Lichteinfall die Optik. Für die allerkleinsten Schüler bildet er zudem eine weiche Sitzfläche.

Dass er kein Freund des Umzuges der MKS in die Galerieräume ist, sei bekannt, sagte der Kulturausschuss-Vorsitzende Karl Heinz Humpert (CDU) zu Beginn des Rundgangs. Gleichwohl sei er sehr froh darüber, dass die Stadt die beiden Gebäude in dieser Qualität saniert habe. Das Ergebnis könne sich sehen lassen.

Wehmütig begleiteten Fritz Beinersdorf (Linke) und Gundis Friege den Rundgang. Dass die Stadt erst jetzt in das Haus investiere, wo die MKS dorthinziehe, sei eine Schande, sagte Beinersdorf.

Insgesamt 750.000 Euro standen für den Umbau zur Verfügung. Der größte Teil der Gelder kommt aus Fördermitteln, die das Land im Rahmen der Flüchtlingskrise zur Verfügung stellte. Mit diesem Geld soll die MKS zu einem Ort der Begegnung mit Flüchtlingen ausgebaut werden. Wie genau das passiert, war bei der Begehung kein Thema.

Quelle: RP
 
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