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Remscheid
Gedenken an Remscheider Bombennacht

Remscheid. Die Erfahrung von Krieg, Tod und Zerstörung ist tief im Gedächtnis der Stadt verankert. Von Christian Peiseler

Das jährliche Gedenken an den Luftangriff am 30. Juni 1943 gehört zu den stillen Ritualen in Remscheid. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hat am Samstag am Ehrenhain in Reinshagen dieses Ritual wie auch seine Vorgänger zum 73. Mal vollzogen. In Zeiten des zunehmenden Terrors und der vielen Kriege in der Welt hat dieses Erinnern heute eine neue Qualität bekommen. Die historische Distanz ist durch die Aktualität des Terrors geringer geworden. Tod und Zerstörung gibt es nicht nur im fernen Aleppo, es gab sie auch in Remscheid. Auch wenn es nur noch wenige Remscheider gibt, die die Bombennacht erlebt haben, die Erfahrung von der Brutalität des Kriegs hat sich tief ins Gedächtnis der Stadt eingebrannt.

Die Remscheider müssen sich in dieser Nacht vorgekommen sein wie in einer Arena, die plötzlich mit tausend Strahlern erleuchtet wurde. Ein schweres Brummen in der Luft folgte, der Anflug der Bomberflotte der Royal Air Force. Kurz nach Mitternacht hieß es: Feuer frei.

Die Bombardierung dauerte 28 Minuten, zehn Minuten länger als geplant. Insgesamt waren 228 Flugzeuge im Einsatz. 15 wurden abgeschossen. Es war mehr als ein Angriff auf Industrieanlagen der Bergischen Stahlindustrie (BSI). Es war ein Vernichtungskrieg ohne Rücksicht auf Verluste. Die Bilanz des Luftangriffs: 1063 Tote und über 6000 Schwerverletzte, 40 000 Obdachlose. Die Fotos am Morgen danach zeigen das ungeheuere Ausmaß des Schadens.

Bei der Fotografie einer Ruine weiß der Fotograf nicht mehr, wo das gewesen sein könnte. Remscheid war fast bis zur Unkenntlichkeit zerstört. Ein totes Meer aus Schutt und Asche.

Quelle: RP
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