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Remscheid
Gefeiert wird in Lennep trotzdem - Jecken zieht's ins Festzelt der LKG

Remscheid. Die Veranstaltung auf dem Jahnplatz wird um zwei Stunden vorverlegt. Restkarten sind schnell vergriffen. Lübecker Freibeuter sorgen für Stimmung. Von Stefanie Bona

Der Zoch wurde im wahren Wortsinn abgeblasen, aber gefeiert wurde in Lennep trotzdem. Kaum hatte sich die Nachricht von der Absage des Rosenmontagszugs verbreitet, gab`s einen Run auf die Restkarten für die Party im Festzelt der Lenneper Karnevalsgesellschaft (LKG). Dort hatte man nach Genehmigung durch das Ordnungsamts den Startschuss für die als After-Zoch-Party geplante Veranstaltung um zwei Stunden vorverlegt.

Am Eingang hieß es dann nur noch: Ohne Karte kein Einlass. Mit den Lübecker Freibeutern spielte dort die Rhythmusgruppe auf, die erstmals im Zug hätte mitlaufen sollen. Mit einer stattlichen Anzahl an Bläsern, Trommeln und weiterem Schlagwerk heizte die Band den eintreffenden Narren ein. Nicht nur für die Zugbesucher, sondern auch für die Teilnehmer war das Festzelt auf dem Jahnplatz eine Anlaufstelle.

Die "Fidelen Schlafmützen" verteilten auf dem Weg dorthin ihre Kamelle, was gerade die Kinder sehr freute. Der Rest soll fürs nächste Jahr eingelagert werden. "Was soll man machen? Es ist traurig, aber wir haben für die Absage Verständnis", sagte Sylvia Pötschke. Christiane Grabowski pflichtete ihr bei. Sie ist als Teilnehmerin seit den Anfängen beim Lenneper Rosenmontagszug dabei und erinnert sich noch gut an die ebenso wegen Sturm bedingte Absage des Zugs im Jahr 1990 und die im darauffolgenden Jahr wegen des ersten Golfkriegs. "Damals haben wir zwei Jahre hintereinander ausgesetzt, das haben wir auch überlebt. Es nutzt ja auch nichts, gegen das Wetter kann man nichts machen", sagte sie und stürzte sich mit den restlichen Schlafmützen zum Feiern vor die Bühne. Entlang der Zugstrecke fanden sich genauso wie in der Lenneper Altstadt noch etliche Narren ein, die entweder noch nichts vom ausgefallenen Rosenmontagszug gehört hatten oder nach Alternativen zum Feiern suchten. Einige Gaststätten öffneten frühzeitig, so dass sich hier die Jecken einfinden konnten.

Enttäuschung gab es natürlich bei den Kindern. "So doof", meinte ein kleiner Vampir mit hängenden Mundwinkeln und wurde von seiner Mutter aufs nächste Jahr vertröstet.

Quelle: RP
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