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Remscheid
Gemeinden stemmen gemeinsam Flüchtlingshilfe

Remscheid. Beim Neujahrsempfang des Pfarrgemeinderats in Lüttringhausen präsentierte Pfarrer Jürgen Behr Kirchenstatistik. Von Michael Möller

Der Neujahrsempfang des Pfarrgemeinderates der Pfarreiengemeinschaft Heilig Kreuz und St. Bonaventura stieß auf große Resonanz. Der Saal im Jugendfreizeitheim an der Richard-Pick-Straße in Lüttringhausen war am Sonntag bis zum letzten Platz gefüllt - sehr zur Freude von Bernhard Hoppe, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. Zusammen mit den Sternsingern begrüßte er die Gäste.

Auch Johannes Keller, evangelischer Pfarrer in Lüttringhausen, sprach Grußworte. Er betonte, dass die Ökumene in Lüttringhausen gut funktioniere, auch wenn sich die beiden christlichen Kirchen in einigen Dingen nach wie vor unterschieden. In einem sei man sich aber 2015 absolut einig gewesen und habe schnell gemeinsam reagiert: in der Hilfe für Flüchtlinge. Das sei ein Schulterschluss gewesen, den es seit 500 Jahren so nicht mehr gegeben habe, sagte Keller. Es gebe in Lüttringhausen ein starkes Christentum, stellte er heraus.

Der leitende Pfarrer des Seelsorgebereichs, Jürgen Behr, gab die kirchliche Statistik bekannt: 64 Taufen, 92 Erstkommunionskinder, 59 Firmungen, 22 Trauungen, 56 Ausstritte (ein Rückgang gegenüber 2014 um fast 30 Prozent), 112 Beerdigungen, ein Eintritt und vier Wiederaufnahmen. Nackte Zahlen, die den Trend sichtbar machten: Die Gemeinden werden kleiner.

Doch betonte Behr auch, dass das Gemeindeleben trotzdem lebendig und vielfältig sei. Durch das Musical Josef oder das Offene Singen schaffe man Kontakt zu allen Menschen. Man brauche neue Wege für den Kontakt zu den Menschen, erklärte Behr. In seinem Rückblick 2015 ging Hoppe auf Lüttringhausen, Lennep, Remscheid, auf die ganze Welt und auf die Vorfälle in der Silvesternacht in Köln ein. Gerade als Christen dürfe man nicht vorschnell verallgemeinern. Hilfe statt Stammtischparolen, forderte er.

Viel Hilfe war aus Lennep und Lüttringhausen 2015 gekommen. 100 Fahrräder und fünf Tonnen Geschirr waren aus den beiden Stadtteilen an Flüchtlinge gegangen, bilanzierte Pfarrer Behr.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz mahnte in dem Zusammenhang, nicht zu vergessen, dass sich das Grundgesetz auf alle Menschen in Deutschland bezöge. "Die Würde des Menschen ist unantastbar, heißt es dort, nicht nur die Würde der Deutschen", zitierte er. Es entstünde ein falsches Klima. Hilfsbedürftigen Menschen müsse geholfen werden, erinnerte er. Mit Sekt, Selters, Orangensaft und "Schnittchen" ging es dann nach einer Stunde in den gemütlichen Teil über.

Quelle: RP
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