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Remscheid
Gemüse aus dem Galeriegarten

Remscheid. In den Häusern an der Scharffstraße soll mit Kulturprojekten die Integration von Flüchtlingen gefördert werden. Von Christian Peiseler

In den beiden Galeriehäusern an der Scharffstraße herrscht nach den Sommerferien an jedem Wochenende reges Treiben. Im freundlich hellen Foyer treffen sich dann Bürger und Flüchtlinge auf eine Tasse Tee und ein Stück Kuchen. Eine gesellige Atmosphäre soll beim samstäglichen "offenen Sprachlabor" herrschen. Das Foyer entwickelt sich an den Wochenenden zu einem Lern- und Begegnungsort. Eine neue Honorarkraft und mehrere Ehrenamtler sorgen für einen gesprächsintensiven Ablauf. So sieht es jedenfalls das Konzept des Kommunalen Bildungszentrums vor, das die Flüchtlinge künftig in den laufenden Betrieb von Musik- und Kunstschule sowie von Volkshochschule und der Zentralbibliothek einbezieht.

Die Ideen des integrativen Konzepts gaben den Ausschlag für den Förderbescheid aus Düsseldorf. 690 000 Euro stehen für den Umbau der denkmalgeschützten Häuser an der Scharffstraße für die Musik- und Kunstschule zur Verfügung.

Das "offene Sprachlabor" ist nur eine Idee von mehreren, die mit kulturellen Initiativen einerseits Flüchtlinge in die bürgerliche Zivilgesellschaft integrieren will, und andererseits Möglichkeiten schafft, dass auch Bürger der Stadt besser mit Menschen in Kontakt kommen, die aus Angst und Not ihre Heimat verlassen haben.

Besser kennenlernen kann man sich zum Beispiel künftig auch beim "Urban-Gardening". Der Boden im Galeriegarten wird dafür umgepflügt. Es wird gepflanzt, gesät und geerntet. Heimisches Gemüse und Obst verzehrt die Gärtnergruppe gemeinsam in entspannter Galerieatmosphäre.

Auch ein multikulturelles Festival mit Bands, Musikern und Tänzern soll auf einer kleinen Bühne im Galeriegarten stattfinden. Gemeinsame Ausstellungen ergänzen die geförderte Projektliste. Ideelles Herzstück des Konzepts ist die Verzahnung aller Bereiche des Kommunalen Bildungszentrums. Kein Nebeneinander, sondern ein stetes Miteinander soll entstehen. Daher ist es wichtig, die Gruppe der Asylbewerber auch rechtzeitig und verlässlich zu erreichen. So erhalten zum Beispiel alle Teilnehmer eines Sprachkurses die Informationen über die Angebote von VHS, der Musik- und Kunstschule, und der Bibliothek. Auch über die neue Willkommensbibliothek. Für 16 000 Euro sollen in neuen Regalen verschiedene Medien präsentiert werden. Dazu zählen unter anderem einfache Bildwortbücher, Bücher über Länder, aus denen die Flüchtlinge stammen, und Bücher über Remscheid und Umgebung, um Flüchtige mit ihrer neuen Heimat vertrauter zu machen.

Um das Gelingen der Integrationsbemühungen zu sichern, bietet das Kommunalen Bildungszentrum Fortbildungen für ehrenamtliche Helfer an. Mehr Sicherheit im Umgang mit Flüchtigen aus fremden Kulturkreisen ist das Ziel.

In Remscheid gibt es bereits einen Flüchtlingschor. Er umfasst zwölf Sänger. Der Chor soll nun regelmäßig auftreten. Er singt bald immer bei einer feierlichen Zertifikatübergabe für bestandene Sprach- und Integrationsprüfungen.

Quelle: RP
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