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Remscheid
Genesung von Patienten fördern

Remscheid: Genesung von Patienten fördern
Carlo Fischer von der "Ergogruppe" des Tannenhofs und Besucherin Marin Fischer. FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Remscheid. Die Stiftung Tannenhof stellte das Berufsbild des "Ergotherapeuten" vor. Von Anna Mazzalupi

Konzentriert führt Marin Fischer (21) die Säge entlang des kleinen Holzstücks. Während sie das Motiv aussägt, löchert sie Carlo Wiemann (23) mit Fragen. In welchem Bereich kann man arbeiten? Wo liegen die Schwerpunkte? Das Berufsfeld des Ergotherapeuten bietet viele Möglichkeiten.

Wiemann ist im zweiten Jahr seiner Ausbildung und berät Interessierte wie Fischer gerne. "Der Beruf ist fast schon in einer Identitätskrise. Ich muss eigentlich immer erklären, was ich mache", erklärte der Auszubildende mit einem Lachen. Umso erfreuter war er von dem großen Zulauf, der beim Tag der offenen Tür in der Schule für Ergotherapie des Diakonischen Bildungszentrums Bergisches Land auf dem Gelände der Stiftung Tannenhof herrschte.

Zum ersten Mal lud die Schule ein, Tätigkeiten aus dem Berufsalltag kennenzulernen. "Damit wollen wir zum einem die Ausbildung bekannter machen, und zum anderen auch die Schule zeigen, in der sich durch die Schüler viel verändert hat", erklärt Fachbereichsleiterin Claudia Schmidt. Die Aufgaben des Ergotherapeuten liegen in der individuellen Betreuung der Patienten in den Lebensbereichen Produktivität, Selbstversorgung und Freizeit. Dazu gehört zum Beispiel nach einem Schlaganfall das Trainieren von Kochabläufen oder auch das Tanzen gehen.

Marin Fischer reizt vor allem das Kreative an dem Job, aber auch der psychologische Aspekt: "Ich interessiere mich dafür, was im Menschen vorgehen kann und wie man helfen kann", sagte sie. Dass man an dem Tag mit den Schülern sprechen und die Arbeitsfelder aktiv ausprobieren konnte, hat ihr besonders gut gefallen.

Zu den verschiedenen Stationen zählten zudem Aufgaben, die die Wahrnehmung testen. Auch der "Vier-Punkt-Gang" mit Gehhilfen konnte geübt werden. Lisa Packmohr (15) zeigte sich als Naturtalent beim Rollstuhltraining. Das Kippen, etwa für die Überwindung einer Bordsteinkante, hatte sie im Nu raus. "Manche unser Klassenkameraden haben dafür sehr lange gebraucht", lobte Melissa (19). Die Auszubildende im zweiten Jahr hat auch gelernt, wie man sich wieder selbständig mit dem Rollstuhl vom Boden aufrichtet. Die Selbsterfahrung helfe, die Situation zu verstehen und die Technik richtig zu vermitteln.

Lisa und ihre Mutter Iris Packmohr sind begeistert. "Mir gefällt besonders gut, dass so aktiv gearbeitet wird", sagt Lisa, die die dreijährige Ausbildung nach dem Besuch in die engere Wahl zieht. Bewerbungen für das neue Schuljahr ab Oktober sind noch bis zum 31. Januar möglich. Infos im Web unter www.stiftung-tannenhof.de.

Quelle: RP
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