| 00.00 Uhr

Remscheid
Geschichten aus dem fernen Afrika

Remscheid: Geschichten aus dem fernen Afrika
Erzähler Tormenta Jobarteh begleitete bei seinem Auftritt im Lotsenpunkt seine Geschichten aus Afrika auf einer afrikanischen Harfe. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Der in München lebende Erzähler Tormenta Jobarteh besuchte den Lotsenpunkt in Lennep. Von Cristina Segovia-Buendía

Während des internationalen Erzählfestivals der Akademie Remscheid besuchte Erzähler Tormenta Jobarteh den Lotsenpunkt des Caritas-Verbandes. Die kleine Begegnungsstätte in der Lenneper Altstadt füllte sich mit vielen Gästen, die dem "weißen Griot" und seinen Geschichten aus Westafrika aufmerksam zuhörten.

Die Griots, das sind die altehrwürdigen Musiker und Geschichtenerzähler im Volk der Mande im westafrikanischen Gambia. Dort verbrachte Jobarteh 25 Jahre, wurde von einer Griot-Familie adoptiert und lernte ihre Kultur kennen, ihre Instrumente und Lieder spielen, ihre Sprache und Geschichten verstehen.

In Gambia lernte er auch die alte Kunst des Geschichtenerzählens, die in unserer Gesellschaft nur noch wenige wirklich gut beherrschen, sagte Jobarteh. Bei den Mande hingegen seien die Griots unerlässlich: "Es sind lebende Geschichtsbücher, weil die Mande keine Schrift haben. Wenn ein Griot stirbt, ist es, als würde eine ganze Bibliothek verbrennen."

Einen kleinen Einblick in diese mystische Kultur und ihre Geschichten und Weisen gewährte der weiße Griot den Besuchern des Lotsenpunktes. Dabei erzählte der großgewachsene Münchner im afrikanischen Gewand nicht nur gekonnt überraschend heitere und lustige Geschichten oder auch einige zum Nachdenken, er begleitete sich auch musikalisch mit einer außergewöhnlichen Harfenlaute, der Kora. Ein Instrument, das aus einem Kürbis besteht, mit Kuhhaut überzogen ist und 21 Saiten besitzt, die an einem langen Stab entlang laufen. Ähnlich einer Harfe erzeugte Jobarteh mit ihr magische Klänge, die wunderbar zu den Geschichten passten, die er erzählte.

Lagerfeuerstimmung kam auf, und die Zuhörer versanken allesamt in die Welt von Königen und Bauern, hübschen Königstöchtern und gewitzten Kaufleuten, deren Erlebnisse lustige Geschehnisse erzählten aber auch wichtige Lebenslehren offenbarten.

Wie etwa in der Geschichte "Die Mango". In ihr ging es um einen gierigen Kaufmann. Nachdem er gesehen hatte, wie ein armer Bauer dem König seine schönste Mango geschenkt hatte und dafür ein wunderschönes Pferd erhielt, erhoffte sich der Kaufmann eine größere Gegenleistung, sobald er sein schnellstes Pferd an den König verschenkt hatte. Am Ende erhielt der Kaufmann die schöne Mango des Bauern vom König als Geschenk Jobarteh sagte: "Ein Geschenk ist nur so viel Wert, wie das Herz dessen, der etwas schenkt."

So verging die Märchenstunde wie im Fluge. Die Zuhörer bedankten sich mit viel Beifall beim weißen Griot für seine zauberhaft Geschichten aus dem fernen Afrika.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Remscheid: Geschichten aus dem fernen Afrika


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.