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Remscheid
Geteiltes Echo auf den milden Winter

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Das sind Ihre schönsten #Warmnachten-Fotos FOTO: Facebook/Katrin Hertel
Remscheid. Remscheid bewölkt, 12 Grad, frostfreie Nächte - ein typischer Wetterbericht im Dezember. Mitarbeiter der Technischen Betriebe sagen, was die Witterung für sie bedeutet. Tiere, die Winterruhe haben, geraten in Stress, so ein Biologe. Von Hagen Thiele

Durchgängig über zehn Grad im Dezember - der bergische Winter wirkt bislang mehr wie ein nicht endender Herbst. Das hat Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt. Manche profitieren von den ungewohnt milden Temperaturen, andere erleben Stresssituationen.

"Wir freuen uns natürlich, wenn wir die Feiertage nicht arbeiten müssen", meint Michael Sauer von den Technischen Betrieben Remscheid (TBR). Bis zu 110 Mitarbeiter der TBR sind bei winterlichem Wetter im Einsatz, um Wege und Straßen von Schnee und Eis zu befreien. Darunter fallen längst nicht nur Mitarbeiter der Straßenreinigung, sondern auch solche, die eigentlich im Grünflächenamt oder bei der Kanalreinigung tätig sind. "Diese können nun ihrer gewohnten Arbeit nachgehen", erklärt Sauer.

Michael Sauer von der TBR steht vor dem immer noch vollen Salzlager für den Remscheider Winterdienst. FOTO: Moll (archiv)

Das merkt wiederum der Remscheider mit Blick auf die Winterdienstgebühren. Wenn nicht geräumt werden muss, sinken auch die anfallenden Kosten. In Folge milder Winter verringerte sich der Betrag im Bereich von Straßen mit hoher Priorität beim Räumen - also etwa im Fall von Hauptstraßen - im Jahr 2015 mit 1,73 Euro pro Meter für 2016 auf 1,41 Euro.

Bei Straßen mit geringer Priorität sank die Gebühr von 1,48 Euro auf 1,20 je Meter. Außerdem sparen die TBR an Streusalz. "Das ist natürlich auch gut für die Umwelt", sagt Sauer. 1000 Tonnen Streusalz fasst das Lager und ist derzeit komplett gefüllt.

Forstamtsleiter Markus Wolff freut sich über die winterliche Wärme, weil sie Pilze begünstigt, die dem Schädling Borkenkäfer zusetzen. FOTO: HN (archiv)

Der Winter ist für Forstarbeiten die Hauptsaison. Dass milde Temperaturen Schädlinge wie den Borkenkäfer schonen und der Wald dadurch im nächsten Sommer Schaden nimmt, ist ein Irrglaube. "Im Gegenteil setzt ihnen eher das milde und nasse Wetter zu", sagt Markus Wolff, der Leiter des Forstamts bei den TBR. Die klimatischen Bedingungen sind derzeit ideal für Pilze, die unter anderem auch die Larven der Borkenkäfer befallen. Dennoch schlägt sich das untypische Wetter auch negativ für den Wald nieder. "Wenn ein Baum Signale zur Photosynthese erhält und uns dann doch plötzlich eine Kaltfront trifft, bedeutet es für ihn Stress", erklärt Wolff.

Ob und in wie weit dadurch Schäden eintreten, lasse sich aber erst in der nächsten Saison sagen. Zusätzlich sei es problematisch, Waldarbeiten durchzuführen, wenn die Wege wegen des andauernden Niederschlages so sehr verschlammen. "Dadurch ergeben sich Konflikte mit Erholungssuchenden", sagt Wolff. Die Mitarbeiter des Forstamtes bereiten die Wege jedoch regelmäßig auf. Stress und Irritation erleben Tiere, die Winterruhe halten. "Man hat sogar noch Ende November Fledermäuse sehen können", erklärt Diplom-Biologe Jörg Liesendahl von der Natur-Schule Grund. Die betreffenden Tiere seien wegen der hohen Temperaturen immer noch aktiv, aber finden aber nicht genügend Futter. "Dadurch kann der Winterspeck schon einmal was dünner ausfallen", meint Liesendahl.

Quelle: RP
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