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Remscheid
Glühbirnen für den guten Zweck

Remscheid: Glühbirnen für den guten Zweck
Nina Meister zeigt die Prototypen. Aus den Körpern der Leuchten sind unter anderem ein Elch, ein Pinguin oder ein Schneemann geworden. Foto: Jürgen Moll FOTO: Moll Jürgen
Remscheid. Eine Upcycling-Aktion der IG Hindenburgstraße gibt ausrangierten Glühbirnen eine zweite Chance. Nina Meister hat bereits einige kreative Prototypen angefertigt. Der Erlös ist für die Wohnungsnothilfe der Caritas bestimmt. Von Anna Mazzalupi

Körbeweise alte Glühbirnen landen nicht einfach in der Tonne. Die ausgedienten Leuchtmittel erhalten eine zweite Bestimmung: als liebevoll gestalte Dekoration zum Beispiel.

Die 15-Watt Birnen stammen von der Weihnachtsbeleuchtung auf der Hindenburgstraße. Nachdem die Interessengemeinschaft Hindenburgstraße von der Bezirksvertretung Alt-Remscheid 2500 Euro zur Erneuerung der Leuchtmittel bewilligt bekommen hat, wurden die traditionellen Glühbirnen gegen neue, energiesparende LED-Lampen ausgetauscht. Immerhin: Zwischen 30 bis 45 solcher Lämpchen werden pro Lichterkette gebraucht.

Die IG Hindenburgstraße ist dankbar über die Unterstützung seitens der Politik. "Der Stromverbrauch war sehr hoch und nicht mehr zeitgemäß", schildert Florian Böcker, Vorsitzender IG, die Situation. Doch einfach wegschmeißen wollte Melanie Clemens, zweite Vorsitzende, die 900 alten Lampen aber nicht.

Die Idee zur Aktion, die "Licht ins Dunkle tragen" soll, entstand, nachdem Sozialarbeiterin Ute Schlichting vom Fachdienst Wohnungsnothilfe der Caritas ihr Interesse an den Birnen bekundete. "Wir brauchen bei der Wohnungsnothilfe wirklich alles - auch Glühbirnen", erklärt Schlichting beim Pressetermin. Durchschnittlich 300 bis 360 Menschen in Remscheid sind in den letzten Jahren auf Einrichtungen wie die Wohnungsnothilfe angewiesen - darunter fallen auch akzeptierte Flüchtlinge. Bundesweit sind es sogar 80 000, mit steigender Tendenz.

Für die IG-Akteure war sofort klar, dass man helfen möchte. Doch: Die 15 Watt haben nur eine geringe Leuchtkraft, und brächten somit mehr Kosten als Nutzen, merkt Florian Böcker an. Mit der Upcycling-Idee der Glühbirnen, also der kreativen Zweckentfremdung und Wiederverwertung, will man nun Spenden sammeln, um für die Wohnungsnothilfe energiesparende Leuchtmittel zu finanzieren.

Nina Meister, Mitarbeiterin im Friseursalon "Haar-Stil", hat bereits einige Prototypen angefertigt: Aus den Körpern der Leuchten sind unter anderem ein Elch, ein Pinguin, ein Schneemann oder auch ein Minion mit liebevollen Details entstanden. "Sie ist wirklich total kreativ", erzählt Friseurmeisterin Tanja Heilmann, bei der die Glühbirnen derzeit lagern, mit einem Lachen. Die Exemplare sollen als Beispiele dienen und die Fantasie anregen. Auf dem Lichterfest am 28. November können Kinder zum Beispiel so ein originelles Geschenk basteln.

Das soll aber keine einmalige Aktion werden, betonen die Organisatoren. Auch Constanze Epe von der gleichnamigen Malerwerkstatt hat schon eine Idee: Sämtliche Auszubildende dürfen sich kreative mit Malerutensilien an den ausrangierten Birnen austoben. Ute Schlichting ist dankbar dafür, dass auf die Weise das Thema Wohnungslosigkeit ohne Problemstigmatisierung in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt wird.

Quelle: RP
 
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