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Remscheid
Gottesdienst, Rockmusik und Bier - Jesus Freaks feiern Geburtstag

Remscheid. Die Glaubensgemeinschaft der "Jesus Freaks" feierte am Freitag Jubiläum zu ihrem 20-jährigen Bestehen, mit einem ihrer typisch, ausgiebigen Gottesdienste und anschließender Party. Aus der einst revolutionären Jugendbewegung ist heute eine stabile Familiengemeinde geworden. Revolutionär sind ihre Gottesdienste aber immer noch. Von Cristina Segovia-Buendía

Im Kultshock an der Stockder Straße sind sie Zuhause: Kein Kreuz, kein Altar sind zu sehen, weit und breit kein anderes christliches Zeichen. Ihren Glauben tragen die Jesus Freaks tief in sich. Ihr Gebetshaus ist ein großer Veranstaltungssaal mit Bühne, der den meisten Remscheidern als Event-Location für ausgiebige Konzerte bekannt ist. Doch jeden ersten Freitag im Monat feiern hier die Jesus Freaks ihren etwas anderen Gottesdienst: An Stehtischen kommen die Gläubigen zusammen, gemütlich, zwischen einem gekühlten Bierchen und Rockmusik, wird gepredigt. Einen ausgebildeten Theologen, einen Pfarrer oder Priester, brauchen sie dafür nicht, hier darf jeder Prediger sein. Wie auch einst bei ihrem Vorbild: "Bei Jesus war damals auch kein Theologe dabei", sagt Gründungsmitglied Wolfgang Günther (41), der im selben Atemzug betont: "Damit will ich dem Theologiestudium nicht seinen Wert absprechen." Doch auch Jesus habe mit einfachen Leuten aus dem Bauhandwerk den Glauben unter sich ausgelebt. "Es gibt viele Leute, die gute Gedanken haben, die sie weitergeben können. Bei uns haben sie die Gelegenheit dazu."

1996, aus der alternativen Jugendszene heraus, gründete Günther, Anfang 20, mit seinem Bruder und dessen jetzige Frau, die Jesus Freaks in Remscheid. "Wir waren alle schon Christen und gehörten einer Gemeinde an, hatten aber Lust auf was Neues. Anfangs haben wir uns noch zu dritt im Wohnzimmer getroffen, später unter einer Brücke, wo es aber im Winter ziemlich kalt wurde." Dort wo heute der "12 Inch Club" beheimatet ist, an der Treppenstraße, fanden die "Freaks" ihr erstes Zuhause, die Mitgliederzahl wuchs rasant an. "Dort haben wir wirklich gute Zeiten verbracht", erinnert sich der heute 41-Jährige.

Gegründet wurden die Freaks zu einer Zeit, in der Punks und Rocker eher naserümpfend in einer Kirchengemeinde empfangen wurden. Diese fanden sich bei den Freaks wieder. Heute, das bemerkte auch Günther, habe sich vieles in den traditionellen Gemeinden verändert: "Es gab viele gute Entwicklungen, und die Unterschiede zwischen den christlichen Gemeinden sind weniger und nicht mehr so wichtig." Auch die Jesus Freaks selbst unterhalten gute Kontakte zu den anderen Gemeinden in Remscheid. Und doch sind ihre Freitagsgottesdienste weiterhin außergewöhnlich, obgleich die Botschaft von Liebe und Hoffnung dieselbe ist. Ihr anfängliches Ziel wollen die Jesus Freaks auch für die kommenden 20 Jahre beibehalten: "Wir wollen in Remscheid und Umgebung eine starke christliche Szene von Menschen bauen, die Jesus nachfolgen, ohne dabei ihre Identität zu verlieren."

Quelle: RP
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