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Remscheid
Grenzgänger an den Blues-Rändern

Remscheid. Das Duo "Blues 66" überzeugte beim Auftritt in der Konzertmuschel. Von Hagen Thiele

Der Remscheider Sommer verwöhnte Blues-Freunde am Sonntagnachmittag an der Konzertmuschel nicht nur mit einem wunderbaren Sommertag, sondern auch mit hervorragender Blues-Musik. Das Duo "Blues 66" nutzte die optimalen Bedingungen aus, um ein stimmungsvolles Konzert abzuliefern. Zwar steht Blues an sich nicht unbedingt für gute Laune, aber diese versprühte die Mischung aus großer Musikalität, bekannten Songs und bestem Wetter.

"Eigentlich sollte man ihn gar nicht nachspielen, wir haben ihn für uns leichter umgesetzt und wollen es trotzdem versuchen", sagte Sänger Sven Bükow vor dem Hendrix-Hit "Red House". Die äußerst geschmeidig groovende Gitarre von Wolf Wiedemann und dazu markante Klänge von Bükows Blues-Harp gaben ein sehr stimmiges Gebräu ab. Man merkte den Musikern die Routine von über 70 Konzerten im Jahr an.

Beim nachfolgenden "16 Tons" sollten die Musikfreunde hingegen im Takt schnippen. Trotz Sommersonne wurde die Schwere des Songs, der die harte Arbeit in einem US-amerikanischen Bergwerk beschreibt, spürbar. Vor allem der zweistimmige Gesang wusste zu gefallen und sorgte für dichte Atmosphäre. Ein emotionaler Ausflug am Saxophon rundete die starke Nummer ab.Trotzdem herrschte zumeist entspanntes Sommer-Feeling vor. Man saß auf Bänken, Stühlen oder einfach auf dem Rasen. Vorbeigehende Passanten riskierten beim Muddy Waters Blues nicht nur ein Ohr, sondern setzten den Weg tänzelnd fort. Manche blieben auch einfach stehen oder nahmen Platz.

"Wir spielen manchmal auch am Rande des Blues", sagte Bükow und es folgte Joe Cockers "Unchain my Heart" in einer neu arrangierten Version, die durchaus zu gefallen wusste. Interessante musikalische Akzente setzte dabei die Querflöte. Mit Eric Claptons "Before You accuse me" ging der Reigen der großen Musiklegenden weiter. Man merkte dem Duo an, dass es mit diesem klassischen Blues ganz in seinem Element war. Melodiös, rhythmisch und emotional überzeugte die Nummer auf ganzer Linie. Ebenso schien ihnen die Slide-Gitarre zu liegen. Wiedemann brachte sein Instrument regelrecht zum Singen. Gut gelaunt wie das Duo war, wagte es dabei ein paar Tanzschritte.

Quelle: RP
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