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Remscheid
Groß gestartet, klein gelandet, durchgehalten

Remscheid. Der "Point of Musik" feiert 25. Geburtstag. Betreiber Peter Kaschubiak musste sich stets auf neue Bedingungen einstellen. Von Hagen Thiele

Am Sonntag ist es soweit, dann besteht der Point of Music (POM) an der Hindenburgstraße seit 25 Jahren.

Ein Viertel Jahrhundert reicht für alle erdenklichen Höhen und Tiefen aus. Für Betreiber Peter Kaschubiak war der Auftritt der Dubliners am 26. Oktober 1994 der große Höhepunkt der POM-Geschichte. 2010 setzte dann die Ernüchterung ein. Steuern, Gema-Gebühren, die Künstlersozialkasse und zwei Jahre später das Gesetz zum Nichtraucherschutz setzten der kultigen Musikstätte so stark zu, dass Kaschubiak das Konzept änderte. Weniger Konzerte und mehr private Veranstaltungen sollten es richten.

Tatsächlich scheint die Idee aufzugehen. Erst vergangenen Samstag spielten bei freiem Eintritt zur Akustik-Session verschiedene Musiker im POM. "Es wäre einfach zu schade gewesen, es aufzugeben", meint Kaschubiak.

Es mache einfach viel Spaß, meint der 59-Jährige, dem die Reaktionen seiner Besucher bei einem gelungenen Konzert schon genug Motivation sind, um weiterzumachen. Neben der Akustik-Session gehören zum verringerten Live-Angebot des POM die jährliche Folk-Night, Konzerte zur "Nacht der Kultur" und der Buderus Lokalrunde sowie Auftritte der AC/DC-Tribute-Band Big Balls. So besuchen jährlich immer noch etwa 6.500 Besucher - so schätzt Kaschubiak - das POM. Früher sollen es bis zu 8000 gewesen sein.

Zwar macht die Freude der Besucher Kaschubiak selbst die größte Freude, doch machen ihm die Gäste auch Sorgen. Es sei nicht mehr so wie früher. Die Remscheider überlegen es sich sehr genau, ob sie zu einem Konzert gehen. Außerdem seien die Besucher unzuverlässiger geworden. Zusagen halten sie oft nicht ein, und so sei keine vernünftige Kalkulation möglich, meint Kaschubiak.

Umso wichtiger sind die anderen Standbeine des POM, das man etwa für Hochzeiten, Geburtstage oder andere private Veranstaltungen mieten kann. Ebenso entscheidend sind die Proberäume, die Kaschubiak vermietet. "Letztlich kommt alles zusammen und funktioniert", meint er und wirkt dabei wesentlich zufriedener als noch vor rund fünf Jahren. So kann sich der POM-Chef auch vorstellen, noch einmal zehn Jahre dran zu hängen.

Mit einem Fest soll das Jubiläum gewürdigt werden. Tilim Selva, der im POM einen Saal für sein Tanzstudio angemietet hat, wird beim Fest mit seinen Schülern um 14.30 und 16 Uhr auftreten.

Für kurze musikalische Häppchen sorgen Holger Brinkmann (Gitarre) und Jan Christoph Heinsch (Schlagzeug) jeweils um 14.10, 15, 16.30 und 17.45 Uhr. Wer gerne in der Vergangenheit schmökert, kann das anhand von ausliegenden Zeitungsartikeln und Fotos über das POM tun.

Musiker dürfen außerdem bei einen Instrumenten-Flohmarkt nach Herzenslust stöbern.

Quelle: RP
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