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Remscheid
Großbaustelle - die Umleitung im Test

Remscheid. Für das Auftragen von Flüsterasphalt auf der Ringstraße ist Lenneps Verkehrsnetz für ein paar Monate auf den Kopf gestellt. BM-Autorin Stefanie Bona fuhr die ausgeschilderte Umleitung zur Hauptverkehrszeit ab. Von Stefanie Bona und Jürgen Moll (Fotos)

Allen Erwartungen und auch Unkenrufen zum Trotz: Der Verkehr rund um die Großbaustelle Ringstraße läuft weitestgehend reibungslos. Zwei Testfahrten an unterschiedlichen Tagen zum Berufsverkehr am Nachmittag bestätigen diesen Eindruck: Vorbei am Lenneper Bahnhof geht es über die Robert-Schumacher-Straße bis zur Kreuzung am Kreishaus. Will man hier auf die Kölner Straße abbiegen, steht man eigentlich immer ein Weilchen. Vielleicht dauert es jetzt, da der Durchgangsverkehr durch die Lenneper Innenstadt umgelenkt wird, einen Augenblick länger, bis man abbiegen kann - problematisch lange aber auch nicht.

Der Verkehr auf der Kölner Straße rollt - vom ehemaligen Hertie bis zur Kreuzung Trecknase - störungsfrei. "Manchmal hat man ein bisschen Mühe, bis man beim Parken zum Aussteigen die Autotür öffnen kann", beschreibt eine Passantin das aus ihrer Sicht gestiegene Verkehrsaufkommen.

Die Haltestelle am Kreishaus (Fahrtrichtung Trecknase) wurde vor das Imbisslokal Riemann verlegt und später nochmals verschoben. FOTO: Moll Jürgen

Regina Harhaus vom an der Hertie-Kreuzung gelegenen gleichnamigen Optikfachgeschäft, sagt hingegen gegenüber der BM: "Wenn ich nicht wüsste, dass die Ringstraße saniert wird und es Umleitungen gibt, hätte ich von der Baustelle nichts gemerkt."

Die Fahrt über die talwärts zur Einbahnstraße gewordene B 51 von der Trecknase bis zur Raderstraße geht aufgrund der ausgeschalteten Ampeln schneller als üblich. Auf der linken Seite hat sich indes ein Auto festgefahren. Der Fahrer hat übersehen, dass die auf die Ringstraße einmündenden Straßen zu Sackgassen geworden sind und muss wenden. Dazu wurden an den Seitenstraßen Parkverbote eingerichtet.

Der Verkehr auf der Kölner Straße wird an der sogenannten Hertie-Kreuzung rechts in die Wupperstraße umgeleitet. FOTO: Moll Jürgen

"Es gibt einige Beschwerden von Anwohnern, weil der Parkraum begrenzter ist", räumt Gunter Breidbach von den Technischen Betrieben Remscheid (TBR) ein. Man müsse aber ob derlei Situationen Platz schaffen. "Tun wir das nicht, riskieren wir, dass es bei Wendemanövern Karambolagen mit parkenden Autos gibt."

Die Route wird über die Kreuzung Raderstraße fortgesetzt. Problemlos erfolgt das Einbiegen in die Wupperstraße, vorbei geht's an Kaufpark und Finanzamt, das Warten an der Hertie-Kreuzung dauert nicht länger als sonst. Ohne Schwierigkeiten lässt sich von dort in die Kölner Straße abbiegen, wo die Verkehrsinsel zurückgebaut wurde.

Auf der Ringstraße wurde die Fahrbahndecke und der Unterbau der Spur in Richtung Trecknase aufgefräst. FOTO: Moll Jürgen

Lkw sollen aus Richtung Radevormwald kommend nach rechts auf die Ringstraße fahren, um dann über die Blume auf die Autobahn zu gelangen und von dort die Lenneper Straße zu erreichen. "Das klappt gut. Offensichtlich werden unsere frühzeitig aufgestellten Hinweisschilder nicht nur gesehen, sondern auch berücksichtigt", sagt Breidbach. Sollten sich Lastwagen dennoch nach Lennep verirren, werden sie am Bismarck- und Mollplatz vorbei über die Lüttringhauser Straße zur Autobahnauffahrt geleitet. Hier fehlt indes ein weiteres Signal, so dass Ortsunkundige Gefahr laufen, auf die Straße Knusthöhe anstatt weiter auf die Lüttringhauser Straße zu fahren. "Das könnte richtig sein, da werden wir nochmal nachschauen", nimmt der TBR-Mitarbeiter die Anregung auf.

An der Kreuzung Raderstraße macht Dirk Lorkowski per Schild darauf aufmerksam, dass man seine an der Ringstraße im Baustellenbereich gelegene Shell-Tankstelle nicht auf direktem Weg erreichen kann. Über diesen Umstand ist der Unternehmer ziemlich sauer. "Bei zahlreichen Gesprächen hat man mir immer eine andere Lösung in Aussicht gestellt", erzählt er. So hätte man die Zufahrt zur Tankstelle für Pkw weiterhin öffnen können. "Ich bin viel unterwegs und habe mir 'zig Baustellen in anderen Städten angeschaut. Was anderswo problemlos geht, ist in Remscheid nicht möglich", bedauert er und verweist auf Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent. Erfreulich sei nur, dass mit den Bauarbeiten postwendend nach Baustelleneinrichtung begonnen worden sei. Denn jeder Tag, an dem die Straßensanierung früher als geplant beendet werden könne, sei für ihn und andere Gewerbetreibende an der Ringstraße wichtig.

Alles in allem gesehen, fragt man sich jedoch, wo der ganze Verkehr hin ist, der sich sonst über die Durchgangsstraße quält. Ortskundige werden die Baustelle umfahren, mancher entdeckt vielleicht den Weg über den Hasenberg. "Unser Bemühen war und ist, dass der Verkehrsfluss immer aufrecht erhalten bleibt. Das scheint uns im Moment zu gelingen", sagt Breidbach und führt das auch auf eine Änderung der Ampelschaltung zurück.

Quelle: RP
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