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Remscheid
Großer Andrang beim Rollatoren-Tag

Remscheid: Großer Andrang beim Rollatoren-Tag
Gisela Riemer testet einen Rollator auf einer Strecke mit unterschiedlichen Bodenbelägen. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Die Zahl der Mitbürger in Remscheid, die auf eine Gehhilfe in Form eines Rollators angewiesen sind, steigt ständig. Dem trugen die Stadtwerke Remscheid am gestrigen Freitag zum bereits dritten Mal Rechnung, indem sie erneut einen Rollatoren-Tag veranstalteten. Von Wolfgang Weitzdörfer

"Zuletzt waren wir vor zwei Jahren in der Wagenhalle. Diesmal haben wir allerdings den Ambrosius-Vaßbender-Saal als Veranstaltungsort gewählt", sagte Nicole Druschke von den Stadtwerken, die dort für das ÖPNV-Marketing zuständig ist. Damit habe man einen zentraleren Ort gewählt, somit auch auf einen Shuttle-Service verzichten können. "Der Bedarf ist vorhanden, das sieht man auch daran, dass unser vierzehntägiges Rollatorentraining vor dem Teo Otto Theater so gut angenommen wird", sagte Druschke weiter. Die Mitarbeiterin der Stadtwerke geht davon aus, dass sich künftig der zweijährige Rhythmus für die Veranstaltung etablieren werde.

Beim Rollatoren-Tag waren neben den Stadtwerken verschiedene Partner dabei, die alle mit dem Bereich Mobilitätshilfen zu tun hatten. Neben Krankenkassen, der Caritas oder der Diakonie als Sozialträger, waren das auch Andreas Koch und seine Kollegen vom Sanitätshaus Goll & Schracke Massing aus Remscheid. "Wir haben hier einen Rollatorparcours aufgebaut, da können die Besucher auf einfache Weise verschiedene Untergründe mit dem Rollator abfahren", sagte Koch. Neben glattem Asphalt, der natürlich problemlos war, waren das auch verschiedene Pflastersteine, Gras oder eine "Stolperschwelle" aus quer verlegten Holzplanken. "Das ist natürlich besonders schwierig zu befahren, aber es kommt eben auch auf den Rollator an", sagte Koch.

Einer seiner Kollegen war gerade dabei, einer älteren Dame eine Alternative zu ihrem Rollator zu zeigen und diese auf die passende Höhe einzustellen: "Der Rücken sollte gerade sein, die Arme leicht angewinkelt", erklärte der Orthopädietechniker. Moderne Rollatoren seien zudem leichter als die älteren schweren, sagte Koch. "Das Angebot hier wird sehr gut angenommen, und wir stellen immer wieder fest, dass die Menschen zwar eine allgemeine Einweisung in die Benutzung der Rollatoren bekommen. Im Alltag stehen sie aber immer wieder vor neuen Problemen." Es bestehe mithin ein großer Aufklärungsbedarf im Umgang mit den Gehhilfen. An den Ständen der Krankenkassen konnten sich die Betroffenen oder Angehörige über die Kosten sowie deren Übernahme kundig machen.

Ganz praktisch wurde es dann auf dem Ambrosius-Vaßbender-Platz. Neben der Stadtkirche stand Busfahrer Charly Eisel mit einem Kollegen vor einem Linienbus. Um die beiden Busfahrer herum hatten sich mehrere Besucher eingefunden, die mit den Fahrern das richtige Ein- und Aussteigen üben wollten. "Das größte Problem ist, dass viele Fahrgäste möglichst schnell ein- und aussteigen wollen - aus Angst, dass der Fahrer sonst schimpft. Der schimpft aber nicht", betonte Eisel. Im Gegenteil, Fahrgäste mit Rollatoren hätten alle Zeit, die sie brauchten, um sicher den Bus zu verlassen oder eben einzusteigen.

Wichtig sei, immer rückwärts auszusteigen, erklärte Eisel einer Dame: "Wenn Sie nämlich vorwärts versuchen auszusteigen, werden Sie merken, dass sie gar nicht die nötige Kraft haben, um den Rollator vernünftig festzuhalten." Richtig sei: rückwärts an den Ausstieg heranzutreten, die Bremse am Rollator anzuziehen, die Stufe aus dem Bus rückwärts heruntertreten, die Bremse am Rollator zu lösen und ihn herausrollen zu lassen. "Dann kann nichts passieren - und an den normalen Haltestellen ist die Stufe auch nicht so hoch wie hier jetzt. Denn auf dem Vaßbender-Platz fehlt natürlich der Bordstein", sagte Eisel.

Quelle: RP
 
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