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Remscheid
Gülleunfall - EWR lehnt einen Vergleich ab

Tiere sterben durch Gülle in Remscheid
Tiere sterben durch Gülle in Remscheid FOTO: Volker Leipzig, Revierf�rster Ne
Remscheid. Nach dem Auftakt im Zivilprozess zum Gülleunfall an der Neyetalsperre im März 2015 sieht die Stadtwerke-Tochter EWR ihre Chancen gestiegen, einen Schadensersatz vom Verursacher, einem Landwirt aus Halver, zu erhalten. Auf 214.000 Euro beziffert die EWR als Betreiber der Talsperre den Schaden. Von Henning Röser

Vor dem Landgericht Hagen startete das Zivilverfahren gestern mit einem Gütetermin. Einen Vergleich, der immer als erste Option angeboten wird, lehnten die Stadtwerke aber ab.

"Das ist für uns kein akzeptabler Weg", sagte Pressesprecher Klaus Zehrtner gestern der BM. Dabei gehe es dem Unternehmen nicht nur um Geld. Der Unfall, bei dem 1,7 Millionen Liter Gülle aus einem Tank ausliefen und zunächst in den Neyebach und später in die Talsperre gelangten und dort große Umweltschäden anrichteten, habe große persönliche Empörung bei den Bürgern, den Mitarbeitern der EWR und der Geschäftsführung ausgelöst. Der langjährige intensive Einsatz für die Wasserqualität in der Talsperre sei mit einem Schlag zunichte gemacht worden.

Zehrtner berichtet, dass der vorsitzende Richter ein Grundsatzurteil in der Haftungsfrage angekündigt hat. Dabei sei durchgeklungen, dass er der Argumentation des Landwirts, der Unfall sei höhere Gewalt gewesen, nicht zu folgen gedenkt. Damit wäre der Weg frei für eine Schadensersatzregelung. Zehrtner machte klar, dass in dieser Summe der entstanden Schaden in der Natur nicht enthalten ist. Es geht allein um den entstandenen technischen Aufwand der EWR. "Da ist kein toter Fisch, kein toter Fuchs drin", sagte er. Für diese Schäden gebe es keinen Schadensersatz. Für die Fortführung des Prozesses gibt es noch keinen Termin. Das Grundurteil der Kammer zur grundsätzlichen Haftungsfrage wird aber in den nächsten Tagen erwartet.

Bislang hat die Versicherung des Angeklagten sich überhaupt noch nicht zum Fall geäußert. Der Landwirt war beim Verfahrensauftakt nicht im Gerichtssaal anwesend, sagte Zehrtner. Parallel zum Zivilprozess läuft noch ein strafrechtliches Verfahren. Hier ist aber noch kein Gerichtstermin angesetzt.

Quelle: RP
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