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Talsperre bei Remscheid
Gülleverseuchung lässt Tiere in Massen sterben

Tiere sterben durch Gülle in Remscheid
Tiere sterben durch Gülle in Remscheid FOTO: Volker Leipzig, Revierf�rster Ne
Remscheid. Hunderte qualvoll verendete Tiere, kontaminierte Teiche, ein für lange Zeit zerstörtes Naturschutzgebiet - das Ausmaß der Schäden durch die Gülleverseuchung an der Neyetalsperre wird immer deutlicher. Helfer versuchten noch, Fische, Frösche und andere Amphibien zu retten. 

Nachdem am vergangenen Mittwoch 1, 7 Millionen Liter Gülle von einem Bauernhof in die Neye und in den von ihr gespeisten Stausee geflossen waren, war schnell von einer Umweltkatastrophe die Rede. Leider zu Recht, wie sich nun am Wochenende gezeigt hat.

Am Freitag hatte der zuständige Förster Volker Leipziger bemerkt, dass die der Neyetalsperre vorgelagerten Teichlandschaft, ein Areal von gut zwei Hektar, das unter Naturschutz steht, massiv durch die Gülle verschmutzt war. "Einige Teiche waren rabenschwarz", erzählt Markus Wolff, Leiter des Forstamtes. Durch die Verschmutzung war der Sauerstoffgehalt des Wasser so niedrig, dass die Fische merklich ums Überleben kämpften, erklärt Wolf. Hinzu kam die Kontamination mit Schadstoffen und Keimen. In der Neye, die die Teiche speist, wurde eine Konzentration vom Ammoniumstickstoff von 1800 Milligramm pro Liter gemessen. Der Grenzwert wurde damit um das 800-fache überstiegen.

Noch am selben Tag begann Förster Leipziger mit Helfern einige Fische aus den verschmutzten Gewässern zu holen. Am Samstag starteten dann das Forstamt, das Technische Hilfswerk und der Naturschutzbund (Nabu) Oberberg eine große Rettungsaktion. Mit knapp 20 Leuten rückten sie in der Frühe an, um die gefährdeten Tiere aus dem Wasser zu holen und umzusiedeln - mit unterschiedlichem Erfolg.

"Für die Fische kam leider jede Hilfe zu spät", erklärt der Forstamtschef. Die Fische, die sie aus dem Wasser fischten, waren mittlerweile alle schon gestorben. Vier große Eimer füllten sie mit ihnen. Gerettet werden konnten dagegen mehrere Hundert Frösche und andere Amphibien. Doch auch viele Amphibien sind an der Verschmutzung verendet, wie auch Muscheln, die sich in dem bis dato sehr sauberen Wasser angesiedelt hatten.

"Dieses Naturidyll ist für lange Zeit zerstört", sagt Henning Rauschert, Fischereibeauftragter der EWR. Damit nicht noch weitere Tiere sterben, bauten die Umweltschützer Zäune, die Kröten auf ihrer Wanderung von den kontaminierten Teichen abhalten sollen.

Sondersitzung Am kommenden Mittwoch, dem 1. April, wird im Umweltausschuss über die Gülleverschmutzung der Neye und der Stausees informiert.

(joh)
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