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Eisenwarenmesse
Gute Stimmung bei den Werkzeugmachern

Remscheid. Remscheider Unternehmen präsentieren sich in Köln. Oberbürgermeister besuchen Gemeinschaftsstand des Bergischen Städtedreiecks. Von Michael Bosse

Köln/Remscheid Um die schweißtreibende Arbeit eines Schmiedes deutlich zu machen, hat die Firma Hazet eine "Live-Schmiede" auf ihrem Messesstand aufgestellt. "Damit können wir unseren Besuchern zeigen, wie laut und warm es an einem solchen Arbeitsplatz ist", sagt Carsten Scholz, Marketingleiter bei dem Werkzeughersteller, und stellt eine Wärmelampe an, die von oben reichlich Hitze spendet. In einem Video startet derweil der optische Schmiedevorgang, den Hazet auf der Eisenwarenmesse in Köln vorführt.

Die Firma möchte deutlich machen, wie und mit welchem Aufwand Qualitätswerkzeuge im Bergischen Land hergestellt werden. In einem Glaskasten wird gezeigt, wie in 17 Arbeitsgängen ein hochwertiger Ring- und Maulschlüssel entsteht. Für eines ihrer Produkte - den VDE Drehmomentschlüssel - ist Hazet auf der Messe zudem mit dem "Eisen-Innovation Award 2016" ausgezeichnet worden. Das Werkzeug, das vor allem für die Arbeit im Starkstrombereich oder an Elektro- sowie Hybridfahrzeugen genutzt werden kann, kann in Einzelteile zerlegt und so besser repariert und neu kalibriert werden.

Hazet ist eines von 38 Remscheider Unternehmen, das sich von Sonntag bis gestern auf der Fachmesse in Köln präsentiert hat. Die Resonanz der Kunden und Interessenten sei gut, erklärt Scholz. Die Veranstaltung sei für sein Unternehmen eindeutig die Leitmesse im Eisenwarenbereich.

Das sehen auch die anderen Aussteller aus Remscheid so, wobei etwas umstritten ist, ob die Verkürzung der Messe von vier auf drei Tagen besser ist. Positiv wird gewertet, dass vor allem ausländische Kunden die Leistungsschau besuchen. Keine Probleme mit der Verkürzung der Messe hat zum Beispiel der Heyco-Prokurist Holger Außenhofer. "Die Messe ist dadurch komprimierter geworden", sagt er. Vor allem Kontakte zu den Kunden aus dem Ausland seien reichlich geknüpft worden.

Auf großes Interesse bei den Besuchern sei unter anderem der neue Bremsflüssigkeitstester gestoßen, mit dem weltweit die Bremsflüssigkeit im Auto auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft werden kann. Der Tester kann auf acht verschiedene Typen von Bremsflüssigkeit eingestellt werden.

Mit der Kundennachfrage zufrieden zeigt sich auch Produktmanager Damian Schwierz von Gedore. Der Standort in der Halle 10.1 sei sehr gut angekommen, vor allem der neue Werkzeugwagen "Workster" auf viel Interesse gestoßen. Ab April kommt der Werkzeugwagen auf den Markt - er richtet sich vor allem an Abnehmer aus der Industrie und der Autoherstellung. Nicht alle Remscheider Unternehmen präsentieren sich allerdings an Einzelständen. 13 Unternehmen aus dem Bergischen Städtedreieck haben sich auch in diesem Jahr - zum mittlerweile sechsten Mal - an dem Gemeinschaftsstand der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (BSW) zusammengefunden.

Dazu gehört auch die Firma Bohrcraft Werkzeuge. "Es ist für uns praktischer, uns hier zu präsentieren und nicht an einem Einzelstand", erklärt Geschäftsführer Gianfranco Mirenzi. Die Zusammenarbeit mit der BSW sei "super". Etwas enttäuscht zeigt sich Mirenzi allerdings von der Resonanz. Die Kundenfrequenz sei durch die Verkürzung der Messe deutlich niedriger als beim letzten Mal.

Auch die drei Oberbürgermeister der Bergischen Großstädte treffen sich an dem Gemeinschaftsstand und zeigen - trotz des anhaltenden Streits um Outlet-Center - Einigkeit bei der Unterstützung der heimischen Werkzeughersteller. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz freut sich über positive Stimmung bei den Unternehmen. Die sei "deutlich besser als noch vor zwei Jahren", sagt er.

Zudem habe er auch Gespräche mit den Firmen geführt, um zu erfahren, ob sie Hilfe und Unterstützung durch die Stadt brauchen. Positiv sei auch, dass Vertreter der Fraktionen des Stadtrates ihn bei seinem Rundgang begleitet hätten.

Quelle: RP
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