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Ansichtssache
Guter Lohn für gute Arbeit

Ansichtssache: Guter Lohn für gute Arbeit
FOTO: Moll Jürgen
Meinung Muss ich Steuern zahlen, wenn ich meinem Nachbarn beim Tapezieren geholfen habe und er mir ein paar Scheine zusteckt? Darf meine Tochter die Euros für die Englischnachhilfe behalten? Und was ist mit dem Babysitter?

Gelegentliche Gefälligkeiten, die nicht nachhaltig auf Gewinn gerichtet sind, gehen in Ordnung. Keiner in Remscheid hat also durch die neue Kooperation gegen Schwarzarbeit zu befürchten, dass plötzlich die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes vor der Türe stehen, um zu kontrollieren, ob der junge Mann, der gerade den Rasen mäht, das auch angemeldet hat und versteuert.

Etwas beunruhigender wird die Situation womöglich für die vielen halbseidenen Subunternehmer, die bevorzug aus dem Osten Europas kommend ihre billigen Dienste anbieten. Die Bauwirtschaft boomt und Arbeitskräfte sind rar. Da ist der eine oder andere schnell verlockt, eine billigere Lösung zu bevorzugen. Wer Geschäfte unter der Hand macht, geht ein hohes Risiko ein. Es gibt keine Gewährleistung. Wenn die Tapeten von der Wand fallen und die Schindeln vom Dach, kann sich keiner mehr beschweren. Gutes Handwerk hat seinen Preis. Manchmal muss man schlucken, wenn man sieht, dass der Staat 19 Prozent mitkassiert. Aber auf lange Sicht lohnt sich das Geld für den Fachmann. Remscheid hat den traditionellen Vorteil als Stadt der Werkzeuge in allen Branchen über exzellente Handwerker zu verfügen. Die verdienen anständigen Lohn.

christian.peiseler@bergische-morgenpost.de

Quelle: RP
 
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