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Remscheid
Guter Rat und schnelle Tat sind gefragt

Remscheid: Guter Rat und schnelle Tat sind gefragt
Das Team des Reparatur-Cafés: Wenn der eine nicht weiter weiß, kann der andere helfen. FOTO: Jürgen Moll (Archiv)
Remscheid. Das Reparatur-Café erfreut sich nach einem Jahr reger Anfragen. Die Servicezeit soll erweitert werden. Von Cristina Segovia-Buendía

Vor gut einem Jahr startete das Reparatur-Café des Diakonischen Werkes im Vaßbendersaal. 250 Besucher haben sich seitdem dort bei einem der 15 ehrenamtlichen Experten für Elektro-, Mechanik oder Näharbeiten Hilfe gesucht. Nun überlegt Initiator Thomas Grzeschik das 14-tägige Angebot eventuell auf einen Samstag auszuweiten.

Es ist Mittwochvormittag. Wie jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat, zwischen 11 und 13 Uhr, tüfteln sie wieder fleißig in einer Garage eines kleinen Hinterhofes, unweit des Vaßbendersaals, die Helfer der Café-eigenen Fahrrad-Werkstatt. Erst vor wenigen Minuten haben sie eine größere Charge von Drahteseln bekommen, die sie für die Evangelische Jugendhilfe Bergisch Land inspizieren sollen. "Das ist unser neuester Kooperationspartner", erklärt Grzeschik.

Für eine Gruppe von Heimkindern haben sie sich zu einer Inspektion der Fahrräder bereit erklärt. "Sie fahren jedes Jahr von Remscheid nach Paris und dafür müssen die Räder fit sein." Kein Problem für die versierten Männer in der Fahrrad-Werkstatt des Reparatur-Cafés. Bis zu sechs Herren, manchmal auch eine Frau, stehen hier regelmäßig bereit und warten darauf, ihre Fähigkeiten der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen - ehrenamtlich natürlich"Die meisten von uns sind von Beruf Rentner", sagt Wolfgang Krause amüsiert, eigentlich studierter Physiker. Handwerkliche Begabung bringen sie alle mit: Reinhard Behrens beispielsweise war lange Jahre Maschinenkonstrukteur bei der Barmag und fährt selbst gerne Fahrrad. Ulf Reumann war als Elektrotechniker in der Informatikbranche tätig, und Heinz Wohlenberg ist gelernter Schiffsbetriebstechniker. "Ein Schiff hat uns hier aber noch keiner gebracht", scherzt Wohlenberg. Die Herren sind froh aushelfen zu können. Schwierigkeiten lösen sie im Team. "Wenn ich es nicht kann, dann kann es einer der Kollegen", erklärt Behrens. Seit einem Jahr ist er dabei. Die Inspektion der Fährräder geschieht mittlerweile Hand in Hand: "Zuerst schauen wir uns die Räder an und erstellen eine Mängelliste, schreiben auf, was alles repariert oder ersetzt werden muss." Gegen eine Spende werden die älteren oder neueren Modelle bis hin zu E-Bikes, wieder straßentauglich gemacht. Wenn ein Rad gar nicht mehr zu reparieren ist, dann wird es meist ausgeschlachtet, für das Ersatzteillager. Hinter dem Konzept des Reparatur-Cafés, das Menschen aus allen Schichten zusammenbringt, steckt neben dem Leitbild der Hilfe zur Selbsthilfe vor allem die Idee, Rohstoffe zu nutzen und nicht gleich wegzuwerfen. Kaputtes lasse sich oftmals kostengünstig reparieren.

Quelle: RP
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