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Remscheid
Hackenberg - Vereine sollen nicht zahlen

Remscheid: Hackenberg - Vereine sollen nicht zahlen
Künstliches Grün, wie hier in Struck, soll es bald auch in Hackenberg geben. Von einer Eigenbeteiligung wird bei SG Hackenberg, FC Remscheid und VfL Lennep abgesehen. FOTO: NH
Remscheid. Stadt sieht Neubau der Sportanlage als Sonderfall. Mögliche Mitglieder-Verluste in der Bauzeit werden verrechnet. Von Henning Röser

Sollen die Vereine, die künftig die neue Sportanlage in Hackenberg nutzen werden, einen Eigenanteil an den Baukosten zahlen? Als "Gordischen Knoten" hatte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz im BM-Interview diese Entscheidung bezeichnet. Doch der Knoten scheint im Rathaus nun nach langer Bedenkzeit durchschlagen. "Für die Ersatzsportstätten, die der Bau des DOC in Remscheid-Lennep auslöst, werden von den betroffenen Vereinen keine Eigenbeteiligungen eingefordert" heißt es einem Bericht der Verwaltung für den Sportausschuss.

Bislang hat die Stadt Vereinen, auf deren Sportanlagen die ungeliebte Asche durch Kunstrasen ersetzt wurde, eine Eigenbeteiligung abverlangt. Die konnte in selbst durchgeführten Vorarbeiten im Sinne einer "Muskel-Hypothek" bestehen oder auch in finanzieller Beteiligung aus der eigenen Kasse. Gesamtwert des Pakets: jeweils 50.000 Euro.

Eine Ausnahme gibt es allerdings. Der Kunstrasen auf dem Jahnplatz in Lüttringhausen wurde 2011 aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung bezahlt. Der FC Remscheid als Hausherr musste keine Eigenleistung erbringen. Und er soll es auch in Hackenberg nicht tun. Die Stadt sieht hier einen "Sonderfall", der den Neubau von anderen Kunstrasen-Projekten unterscheidet. Denn der Umzug des FC Remscheid und des VfL Lennep erfolgt nicht freiwillig. Sie müssen weichen, weil das Röntgen-Stadion für den Bau des DOC abgerissen werden soll. Darum verrechnet die Stadt den Verlust von möglichen 150.000 Euro Einnahmen aus Eigenbeteiligungen der drei Vereine (auch die SG Hackenberg ist betroffen) für das mehr als zehn Millionen Euro teure Gesamtprojekt mit den Problemen, die der Umzug bei ihnen auslösen wird.

Die Stadt schreibt: "Zudem ist zu beachten, dass durch die massiven Beeinträchtigungen während der langen Bauphase der Ersatzsportstätte bei den betroffenen Vereinen finanzielle Belastungen (möglicher Mitgliederverlust, mögliche Einnahmeverluste, Mehrkosten durch Transporte in der Verlagerungsphase) entstehen, welche einer Eigenbeteiligung der Vereine und Mitglieder gleichgesetzt werden können."

Anders als bei bisherigen Kunstrasenprojekten sei eine Mitwirkung der Vereine beim Bau der Anlage in Hackenberg nicht möglich, heißt es weiter. Die Begründung: "Eigenleistungen in Form einer denkbaren Muskelhypothek sind bei einem Großprojekt dieser Dimension zudem nicht sinnvoll, da während des Baus des Sportzentrums durch die mittlerweile vorgeschlagene Unterteilung in drei Bauphasen ein, wenn auch eingeschränkter, Sportbetrieb möglich sein wird."

Hackenberg soll aus Sicht der Stadt aber eine Ausnahme bleiben. Derzeit wird mit dem Reinshagener Turnerbund darüber verhandelt, wie dieser sich finanziell an der Umwandlung des Tennenplatzes im Stadion Reinshagen beteiligen kann.

Quelle: RP
 
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