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Remscheid
Halbes Leben fürs Rote Kreuz

Remscheid: Halbes Leben fürs Rote Kreuz
Wilma Heinrich setzt sich als Blutspende-Helferin zur Ruhe. "Es war ein schönes Gefühl, gebraucht zu werden", sagt die 93-Jährige. FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Remscheid. Wilma Heinrich (93) beendet ihre Tätigkeit als Helferin für den Blutspendedienst. Von Cristina Segovia-Buendía

Nahezu ein halbes Leben widmete Wilma Heinrich (93) ihrem Ehrenamt. Seit 1973 kümmerte sie sich beim Deutschen Roten Kreuz um die Blutspender-Annahme. Doch nach 43 Jahren hört sie nun auf, aus freien Stücken: "Man will es sich zwar nicht eingestehen, aber irgendwann muss man sein Alter doch berücksichtigen."

Schwach und gebrechlich wirkt die 93-Jährige trotz ihres hohen Alters nicht. Im Gegenteil: "Ich kann mich zum Glück noch um mich selbst kümmern, führe eigenständig meinen Haushalt, koche und gehe einkaufen." Dennoch entschied sich Wilma Heinrich, diese Woche Abschied zu nehmen von einer Institution für die sie über vier Jahrzehnte immer gerne tätig war: "Ich habe beim DRK immer gerne mitgeholfen. Es war stets ein schönes Gefühl, gebraucht zu werden und ein gutes Werk zu tun."

1973, mit knapp 50 Jahren wurde sie eher zufällig von einer Bekannten angesprochen, ob sie nicht mithelfen wolle beim Deutschen Roten Kreuz: "Da habe ich gar nicht lange überlegt und einfach zugesagt", erinnert sich Heinrich. Gespendet habe sie auch lange Jahre. "Bis zu meinem 65. Lebensjahr, danach durfte ich nicht mehr. Heute ist das ja anders." Als kinderlose Hausfrau hatte sie Zeit übrig und in jenem Alter, wie sie sagt "auch noch genug Einsatz", um beim DRK auszuhelfen. In ihren Spitzenzeiten waren es über 30 Einsätze im Jahr, die Heinrich im Team absolvierte. "Wir waren im ganzen Stadtgebiet unterwegs, um die Blutspenden durchzuführen." Viele Bekanntschaften hätten sich entwickelt. Eine tolle Zeit habe sie gehabt: In den 70er Jahren, als noch nicht alles automatisiert war, war Heinrich hauptsächlich für die Karteien zuständig. "Wir mussten die Namen der Spender heraussuchen, sie anschreiben und einladen."

Am Spendentag selbst kümmerte sie sich dann um die Anmeldung. Als später der Computer zum Einsatz kam, musste Heinrich sich mit der neuen Technik arrangieren, die sie bis zuletzt problemlos bediente. "Schwer war das nicht, aber viel kann ich am Computer auch nicht, nur dass, was ich beim DRK brauchte."

Über die Jahre habe sich nicht nur viel an der Technik getan. Auch die Spender verändern sich. "Es sind hauptsächlich viele Ältere die regelmäßig zur Spende kommen. Junge Leute haben heutzutage ja nur wenig Zeit." Trotzdem würde sich Heinrich wünschen, wenn sich die jüngere Generation mehr einbringen würde. "Beim DRK werden immer Helfer gesucht und Spender sowieso."

Zuletzt war sie in der Hauptstelle aktiv. Einmal im Monat leistete sie dort ihren Dienst. Vermissen wird sie ihr Ehrenamt bestimmt, "weil es wirklich gern gemacht habe." Aber irgendwann, so sagt Heinrich, muss man Abschied nehmen.

Quelle: RP
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