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Remscheid
Handelsverband - Stadt und Rat müssen für Innenstadt kämpfen

Remscheid: Handelsverband - Stadt und Rat müssen für Innenstadt kämpfen
Kostenloser Eintritt für Kinder auf der Eisbahn vor dem Rathaus war eine Idee zum Fest am zweiten Advent. FOTO: Jürgen Moll (Archiv)
Remscheid. Im Bemühen des Marketingrats Innenstadt um die Durchführung eines verkaufsoffenen Sonntags in der Adventszeit übt der Einzelhandelsverband deutliche Kritik am Verhalten der Stadtverwaltung. Von Henning Röser

Sie habe bei der Prüfung des Antrages für einen verkaufsoffenen Sonntag am 3. Dezember die geltenden Spielregeln missachtet. Anstatt die erprobte Konsensrunde mit Vertretern von Politik, Verwaltung, Einzelhandel, Bürgervereinen, Gewerbetreibenden, Interessengemeinschaften und der Gewerkschaft Verdi einzuberufen, habe die Stadt den Antrag nur Verdi vorgelegt. Mit deren ablehnender Haltung begründe die Stadt nun ihr Nein zum Antrag.

Damit schere das Rathaus in der Innenstadt aus dem in Remscheid eigentlich geltenden gesellschaftlichen Konsens aus, dass ein starker Einzelhandel der entscheidende Motor für eine lebenswerte Innenstadt sei, sagte der Geschäftsführer des in Wuppertal ansässigen Handelsverband NRW Rheinland, Ralf Engel. Das Verhalten der Stadt sei "schädlich für den Handel und gefährlich für den Wirtschaftsstandort Remscheid". Der Umsatz an solchen verkaufsoffenen Sonntagen ermögliche es kleineren inhabergeführten Geschäften, eine Teilzeitkraft zu bezahlen.

Ähnlich argumentiert auch Allee-Center-Managerin Andrea Schwenke, die einige große Aktionen für den zweiten Advent geplant hat. Wichtiger Umsatz und Außenwirkung gehe an Remscheid vorbei, wenn es an diesem Tag nichts anbieten könne. Dann geben die Kunden das Geld in anderen Städten aus. Eine Chance werde verpasst.

Die Argumente, mit denen die Stadt dem Rat die Ablehnung empfiehlt, kann Experte Ralf Engel nicht nachvollziehen. In anderen Städten reiche ein Weihnachtsmarkt als Begründung aus, um eine Genehmigung für eine Sonntagsöffnung zu bekommen. Auch der zeitgleich stattfindende ideelle Weihnachtsmarkt in Lüttringhausen sei kein Hindernis. Beide Märkte könnten parallel stattfinden, ohne sich gegenseitig zu schaden.

Engel hofft nun auf ein starkes poiltisches Signal. Der Rat müsse der Verwaltung den Auftrag geben, eine rechtssichere Verordnung für das Fest zu formulieren. Er habe das Heft des Handelns in der Hand und könne damit auch ein Zeichen geben, dass er den Handel in der Innenstadt stärken will. Zeit zur Willensbildung ist noch. Der Rat tritt am 28. September zusammen. Ralf Wieber, Geschäftsführer des Marketingrat Innenstadt, berichtete gestern, dass Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD) eine Sondersitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid einberufen will.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz riet gestern dem Rat davon ab, dem Antrag für den offenen Sonntag zuzustimmen. Eine erfolgreiche Klage der Gewerkschaft verdi gegen die Verordnung sei wahrscheinlich. Die Stadt sieht die Verantwortung bei den Antragstellern. "Wir haben dringend dazu aufgefordert, mit den Antragsunterlagen die Vorgaben der Rechtsprechung zu erfüllen. Das ist allerdings nicht geschehen", so Mast-Weisz. Im Vorfeld seien viele Gespräche geführt worden, um den Konflikt zu lösen. Schnell will man nun in der Konsensrunde eine Lösung für das kommenden Jahr zu finden.

Quelle: RP
 
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