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Remscheid
Handwerk braucht Geduld - Tag in der Waldorfschule

Remscheid. Von ihrer handwerklichen Seiten zeigten sich Schüler der Rudolf-Steiner-Schule. Die Waldorfschule lud zum Handwerkerfest ein und nutzte die Gelegenheit, um sich Eltern und dessen Nachwuchs als künftige Lernstätte zu präsentieren. Von Cristina Segovia-Buendía

Das Handwerkerfest hat an der Waldorfschule eine lange Tradition, berichtet Lehrer Udo Wehr. Ein Festakt, bei dem Schüler ihre Werke präsentieren können und Eltern einen Eindruck von der Arbeit vor Ort erhalten. Vor zwei Jahren kombinierte die Schulgemeinde den Handwerkermarkt mit einem Tag der offenen Tür. Dieses Konzept habe sich bewährt, bestätigte der Lehrer. "Diese Kombination nimmt ein wenig die Hemmschwelle, und Eltern können sich vor Ort über die Schule informieren."

Die Schüler selbst waren ganz in ihrem Element, und zeigten den Besuchern ihr handwerkliches Geschick. Die Jüngeren in der Speckstein-Werkstatt, beim Schleifen und Polieren, am Drahtstand beim Biegen zu einem dekorativen Kleiderhaken. In den schuleigenen Werkstätten zeigten Neuntklässler ihre Holzarbeiten und Schmiedeerzeugnisse.

Schmieden nach alter Tradition macht Schüler David Probst Spaß, auch wenn es nicht seinem Berufswunsch entspricht. "Später will ich Arzt werden", sagt der 15-Jährige. Schmieden sei ein guter Ausgleich zum normalen Unterricht, sagt Probst: "Wenn wir in der siebten und achten Stunde hier schmieden, können wir uns körperlich auspowern." Denn wie der 15-Jährige jetzt weiß, ist es eine ziemlich anstrengende Arbeit, das glühende Metall über den Amboss mit vielen präzisen Hammerschlägen zu formen.

Das beeindruckte auch viele Besucher, die mit dem Gedanken spielen, ihre Kinder in der Waldorfschule anzumelden. Handwerk braucht Geduld. "Einfach ist es nicht, aber es ist ein tolles Gefühl, hinterher etwas eigenes, was man selbst hergestellt hat, in den Händen zu halten", waren sich Probst und Mitschülerin Katalin Lawitzke (15) einig. Das unterstreicht auch Lehrer Thomas Verbeck. Er unterrichtet die Schüler in Holzwerken, Schmieden und Schlosserei. "Die Schüler lernen hier viel über soziale Verantwortung: Wir arbeiten hier mit Temperaturen um die 1000 Grad, da muss man aufeinander aufpassen." Außerdem lernen sie auf diese Art auch das Handwerk zu schätzen und Selbstbewusstsein. "Hier wird kein Rotstift angesetzt, das Werkstück selbst korrigiert den Schüler, denn wenn man sich nicht an die Zeichnungen und Anweisungen hält, wird aus dem Werkstück nichts."

Quelle: RP
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