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Remscheid
Harter Rock unterm Löwen

Remscheid. "Privacy" geben ein gelungenes Heimspiel auf dem Rathausplatz. Von Wolfgang Weitzdörfer

Das Löwen-Festival geht in seine zweite Halbzeit: Am Donnerstagabend gaben sich die Remscheider Urgesteine von "Privacy" einmal mehr die Ehre und rockten den gut gefüllten Rathausplatz mit gut ausgewählten Coverversionen und tollen eigenen Songs der bislang fünf selbst produzierten CDs. Und die Besucher beim vierten Konzert des Löwen-Festivals hatten ebenfalls richtig viel Spaß, tanzten zu Klassikern genauso wie sie bei eher unbekannten Songs aufmerksam zuhörten - um der Band nach den Songs nicht zuletzt genau das zu geben, wofür sie auf die Bühne gegangen ist: kräftigen Applaus.

Die sechsköpfige Band - das instrumentale Quintett um den bestens aufgelegten Sänger, Gitarrist und Gründungsmitglied Markus Schulz wird von Sängerin Momo hervorragend ergänzt - setzte in erster Linie auf eine hart und satt rockende Gangart. Schwerpunkt waren dabei Coverversionen, denen die Musiker immer einen eigenen Stempel aufzusetzen versuchten. Dabei wurde nicht vergessen, dass Konzerte wie die unterm Löwen in erster Linie eine rauschende Rockparty sein sollen, so dass es die Band mit der Selbstverwirklichung zum Glück nicht übertrieb.

Auf der anderen Seite ist es natürlich auch so, dass manche Songs sowieso am besten so sind, wie sie die Originalinterpreten gemeint haben: "Rock You Like A Hurricane" von den "Scorpions" ist so ein Beispiel. Der Song funktioniert einfach so, wie ihn Klaus Meine & Co. 1984 veröffentlicht haben. "Whiskey In The Jar", den zuletzt "Metallica" gecovert haben, ist ebenso ein Stück, das man am liebsten in der Version von "Garage, Inc.", "Metallicas" großem Coveralbum von 1998, hören mag, genau wie der Evergreen "Black Betty". Und da lieferten "Privacy" nach Maß ab.

"Radar Love" von "Golden Earring" hingegen - etwas respektlos mit den Worten "der nächste Song riecht nach Käse, er stammt ja auch aus Holland" angekündigt - reicherten vor allem die Gitarristen Schulz und Markus Bielefeld mit feinen Jam-Parts an, dass der Ursprungssong enthalten blieb, die eigene Note aber deutlich hörbar war. Gleiches gilt für die musikalischen Eigengewächse, etwa das von den Fans der Band bejubelte "Soldier", das zwar an frühe Iron Maiden erinnerte, durch die Keyboards von Jochen aber durchaus eigenständig klang.

Macht in der Summe ein überaus gelungenes Heimspiel von "Privacy", das Lust macht auf die letzten zwei Konzerte des diesjährigen Löwen-Festivals - kommenden Donnerstag mit "Green Ink Machine", ebenfalls aus Remscheid. Den Abschluss bilden am 19. August die Wermelskirchener Helden von "Jokebox".

Quelle: RP
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