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Remscheid
Hastener zeigen große Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge

Remscheid. Beim Informationsabend gibt es Lob für die Informationspolitik der Stadt. Sorge gilt fremdenfeindlichen Anschlägen. Von Stefanie Bona

Genau wie in Lennep zeigen auch die Hastener große Empathie für das Leid der nach Remscheid strömenden Flüchtlinge. Der Andrang bei der Informationsveranstaltung in der früheren Hauptschule Hölterfeld, wo in Kürze 300 Menschen vorübergehend leben werden, war riesig. Unmittelbare Nachbarn, Eltern aus der angrenzenden Kindertagesstätte und Bürger aus dem ganzen Stadtteil besichtigten das Gebäude, in dem Stadt Remscheid wie in der Lenneper Pestalozzistraße kurzfristig eine Erstaufnahmeeinrichtung einrichten muss.

Für ihre Informationspolitik erhielt die Verwaltung großes Lob: "Ich fühle mich hier bestens informiert. Sie machen eine wunderbare Arbeit. Uns geht es hier so verdammt gut, denen, die da kommen, geht es verdammt schlecht. Wenn wir uns gemeinsam anstrengen, kommen wir auch gemeinsam nach vorne", sagte Anwohner Torsten Richter ins Mikrofon und erhielt für dieses Statement tosenden Applaus. So richteten sich die Fragen der Leute vielfach nach Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements. Solange noch nicht klar sei, wann die Menschen in Remscheid eintreffen, wer kommt und welche Hilfe gebraucht wird, müssen sich potenzielle Ehrenamtler noch gedulden. Dass die Polizei bereits seit einigen Tagen verstärkt Streife fährt und Bäume zurückgeschnitten wurden, um das Gelände besser einsehbar zu machen, irritierte die Anlieger etwas. Im Laufe des Abends wurde zunehmend deutlich, dass Ängste nicht die neuen Nachbarn, sondern eher die Sorge vor rechter Gewalt betrafen. "Wie hoch schätzen sie das Gewaltpotenzial fremdenfeindlicher Kräfte ein", lautete die Frage an Robert Hall, den Leiter der Remscheider Polizeiinspektion. Dies sei schwierig zu beurteilen, räumte er ein. Gleichzeitig appellierte Hall an die Nachbarschaft, besser einmal zu viel als zu wenig den Notruf 110 zu wählen, wenn man etwas Verdächtiges beobachte. Eine junge Mutter wollte im Auftrag der Elternschaft der Kindertageseinrichtung wissen, wie der vorbeugende Brandschutz geregelt sei und wie schnell die Feuerwehr vor Ort sein könne. Feuerwehr-Chef Guido Eul-Jordan erläuterte, dass es für diesen Notfall genaue Einsatzpläne gebe. Zudem sei eine Ortsbegehung von Berufs- und Feuerwehr Hasten geplant, bevor die Asylsuchenden einziehen. Die aufgestellten Zäune dienten der Sicherheit der Bewohner, seien aber nicht da, um sie in irgendeiner Weise abzuschotten.

"Diese Menschen werden auf Zeit bei uns wohnen. Natürlich möchten wir, dass sie unsere Stadt kennenlernen", sagte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. Von der Aufgeschlossenheit der Hastener war er sichtlich angetan: "Ich bin stolz darauf, wie souverän und engagiert die Remscheider mit der Flüchtlingsfrage umgehen."

Unter der Hotline 02191163591 ist ein Bürgertelefon geschaltet. Dort werden alle Fragen rund um die Erstaufnahmeeinrichtung beantwortet.

Quelle: RP
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