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Remscheid
Heiße Rap-Rhythmen auf der Oboe

Remscheid: Heiße Rap-Rhythmen auf der Oboe
Christian Leschowski, Oboist bei den Bergischen Symphonikern, erklärt den Projektteilnehmern von Cüc, die Besonderheiten des Instruments. FOTO: Moll Jürgen
Remscheid. Jugendliche und Musiker der Bergischen Symphoniker erarbeiteten Musik zum Videowalk für das Projekt Cüc. Von Anna Mazzalupi

Manchmal muss man sich überraschen lassen. Die Begegnung von Jugendlichen mit ihrer Vorliebe zur Rap-Musik einerseits und Musikern der Bergischen Symphoniker andererseits bot einiges an Überraschungen. Im Rahmen des Kulturprojekts "Çüc - Die Transformation meiner Welt" von Kraftstation, Symphonikern und der Albert-Einstein-Gesamtschule (die BM berichtete) waren die 14 Teilnehmer am Samstag zu Besuch im Probenraum der Profimusiker. Am Ende des Projekts soll ein Videowalk stehen.

In dem Workshop hörten die engagierten Nachwuchskünstler zum ersten Mal die zwei Musikstücke - Kurt Hopsteins "Schilfmusik" und ein Tango "Verdemar"-, die für die Produktion des Videowalks vorbereitet wurden. Der Sohn des Komponisten, Sebastian Hopstein, erklärte Besonderheiten der Serenade und machte so die klassische Musik ein Stück greifbarer.

Anders herum lernten die Profis die ausgewählten Songs der Schüler kennen: Türkische oder polnische Musik, Rap und Hip Hop stellte die Profis mit ihren klassischen, melodischen Instrumenten wie Oboe oder Klarinette vor Herausforderungen. "Das ist ein ganz spannendes Experiment, weil ein Austausch stattfindet", erklärt Alexandra Kalka, Koordinatorin Education bei den Bergischen Symphonikern. Das gehört zum Thema des Projekts, das die Transkulturalität, also die gegenseitige, positive Beeinflussung unterschiedlicher Kulturen in der Stadt aufgreift. Dazu gehört auch der Austausch von Profimusikern und Musiklaien. Am Ende des Workshops stehen insgesamt sieben dreiminütige Eigenkompositionen, die die Schüler als Soundtrack für den Videowalk produziert haben. Textelemente werden die Musik ergänzen. Unter Anleitung von Komponist Dario Erlichmann schnitten die Teilnehmer am PC Teile aus den beiden Musikstücken und den eigens ausgewählten Songs zu einer neuen Komposition zusammen. Debora und Mutaharah (beide 15) wollten leise mit Pop starten, um in der Mitte mit Rap-Teilen laut zu werden. "Das soll ein bisschen wie bei einem Auftritt auf der Bühne wirken", merkt Debora an. "Ich finde das wirklich spannend", ergänzt Mutaharah.

Bereits während der Arbeiten am PC ergaben sich interessante Musikmischungen. Sanam (15) und Roksana (14) kombinierten Rap und Klassik. "Die Künstler waren offen zu uns und wir konnten Erfahrungen sammeln", erzählt Roksana. "Es ist schön, das später im Projekt auch unsere Musik, die wir hier zusammenstellen, zu hören sein wird", sagt Sanam mit Stolz in der Stimme.

Mitte Juli findet der nächste Schritt im Projektablauf statt: Dann wird mit der Freien Theatergruppe "Pulk Fiction" am Honsberg gedreht.

Quelle: RP
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