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Remscheid
Helfen und Feiern fördert Nachbarschaft

Remscheid: Helfen und Feiern fördert Nachbarschaft
Pflegen eine gute Nachbarschaft(v.l.): Oliver Grünberg, Tatjana Mai, Anja Grünberg und Nils Mai. FOTO: Jürgen Molle
Remscheid. Die Familien Grünberg und Mai auf der Bökerhöhe unterstützen sich gegenseitig in kleinen und größeren Dingen. Von Michael Möller

Für Freunde und Nachbarn ist er kurz "der Olli". Er, Oliver, wohnt mit Ehefrau Anja und den Kindern Daniel (7) und Rebecca (2) auf der Bökerhöhe. Genau auf der anderen Straßenseite haben Tatjana und Nils ihren Nachbarn seit 2009 im Blick. Wer ist dieser Energiesystemtechniker Olli? Für die Nachbarn ist klar, er ist nicht nur ein guter Nachbar, sondern auch ein guter Freund. Warum?

Tatjana erzählt es. Der erste Kontakt war unspektakulär. Sie fuhr einen gelben Firmenwagen, der vor dem Haus parkte. Leider war er Oliver beim Rangieren seiner Autos oft im Weg. Statt zu meckern, fuhr er drumherum. Doch plötzlich war das gelbe Hindernis weg. "Wo ist denn das gelbe Auto", war der erste Satz, den die Nachbarn miteinander wechselten.

Ehefrau Anja und Ehemann Nils kannten sich aus Kindheitstagen auf der Bökerhöhe. Tatjana war aus Wuppertal, Oliver aus Solingen zugezogen. Der erste Satz, die erste Cola, es folgten viele weitere. Die Freundschaft wuchs. Oliver, ein Zweimeter-Mann aus dem Jahr 1979, zeigte Charakter und Talent. Mit einem ausgeprägten Sammeltrieb ausgestattet, kann man bei ihm nicht nur Werkzeuge ausleihen, sondern auch Schrauben, Handwerkermaterialien und diverse Biersorten finden und bekommen.

Bierzeltgarnituren, Stehtische und Kinder wechseln regelmäßig die Straßenseiten. Wer gerne feiert, ist bei Oliver an der richtigen Stelle. Als "Grillmaster" zeigt er bei Feiern großes Talent beim Umgang mit Holzkohle und Grillgut. Dass die Kinder im gleichen Alter sind, erweist sich als Vorteil. Mal eben die Babyphone auszutauschen, wenn die einen weg müssen, ist nie ein Problem. Auch bei Baumaßnahmen oder wenn "helfende Hände" gebraucht werden, ist Oliver dabei. Nachbarschaftsarbeit war in den vergangenen Jahren sehr gefragt. Innenausbau in Eigenregie? Für den Eisenbahnfan Oliver kein unüberwindliches Problem. Oliver, bei den Remscheider Eisenbahnfreunden nicht nur beim Bauen aktiv, sondern auch für frische Pommes an den Vereinsabenden zuständig, ist oft der Aktivposten. Modelleisenbahnen und -autos sowie unterschiedlichste Weizenbiergläser oder Lego Technik stehen bei ihm in den Vitrinen.

Sein Trecker, ein alter Deutz, ist nicht nur Sammelgut, sondern auch ein Spaß für die Kinder. Beim Sommerfest der Siedlung ist Oliver nicht nur der "Chef am Zapfhahn", er macht auch Rundfahrten mit seinem Deutz. Ja, schimpfen kann er auch, aber nur wenn keine Kinder in der Nähe sind und das Garagentor geschlossen ist. Obwohl Tatjana sehr diskussionsfreudig ist, habe sie in Oliver ihren Meister gefunden, gesteht sie. "Wir sind sehr zufrieden mit unseren Nachbarn", sind sich Tatjana und Nils sicher.

Quelle: RP
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