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Remscheid
Helfer im Krisenfall

Remscheid: Helfer im Krisenfall
Sven Chudzinski in blauer Uniform auf dem Hof des THW Remscheid. FOTO: Moll Jürgen
Remscheid. Das Remscheider Technische Hilfswerk hat 99 Helfer, 34 davon sind in der Jugend. Wenn es zum Notfall kommt, rücken die Helfer aus. Sven Chudzinski (30) ist einer von ihnen. Von Wolfgang Weitzdörfer

Geschäftiges Treiben herrscht am frühen Donnerstagabend auf dem Hof des Technischen Hilfswerks (THW), Auf dem Knapp, einer Seitenstraße der Lenneper Straße. Viele Jugendliche sind vor Ort, sie üben den Ernstfall und kümmern sich um die Gerätschaften. Sven Chudzinski (30), sitzt derweil im Büro. Der gebürtige Velberter, der seit 2009 in Remscheid lebt und arbeitet, ist seit Jahresbeginn stellvertretender Ortsbeauftragter des THW-Ortsverbands Remscheid. Seit 2004 ist der gelernte Bankkaufmann bereits beim THW. Er ist gerne dabei, auch wenn die ehrenamtliche Arbeit viel Zeit und auch Energie kostet.

"Ich bin zum THW gekommen, weil ich nicht zur Bundeswehr wollte", sagt Chudzinski. Er war damals gerade mit seiner ersten Ausbildung zum IT-Assistenten fertig geworden und hatte eine Stelle in Aussicht. "Das THW war zu der Zeit die einzige Möglichkeit, seinen Dienst zu leisten, aber nicht im eigentlichen Beruf pausieren zu müssen", erklärt er seine Motivation. Also hat er sich für sechs Jahre verpflichtet, war nach der Grundausbildung in der Bergungsgruppe 1 eingesetzt. "Die gehen als erste raus, wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird", sagt er.

Nach seinem Umzug nach Remscheid war er in der Fachgruppe "Beleuchtung" eingesetzt, ehe er in die Verwaltungsebene wechselte: "Das ist aber kein reiner Schreibtischjob, wir sind auch im Einsatz", betont der 30-Jährige. Die Einsätze laufen deutschlandweit: So könnte aktuell Niederbayern anrufen und um Verstärkung bei der Fluthilfe bitten - und die Arbeitgeber der Ehrenamtler müssen diese dann ziehen lassen. So auch geschehen beim großen Elbe-Hochwasser von 2013. "Da habe ich meinem Chef bei der Volksbank Remscheid-Solingen, bei der ich als Controller arbeite, schon ein paar Tage vorher angekündigt: Es könnte einen Einsatz geben", erinnert sich Chudzinski. Und so war es auch: "An dem Morgen habe ich ihn um 8 Uhr angerufen und Bescheid gesagt, wenig später war ich bereits auf dem Weg in Richtung Magdeburg."

Chudzinskis Vorgesetzte haben Verständnis dafür. Dass das nicht überall der Fall ist, sei schade, könne man aber nicht ändern, meint der THWler. "Wenn jemand nicht kommen kann, dann ist das so. Niemand sollte wegen seines Ehrenamts den Job riskieren müssen."

Zum Einsatz muss es indes nicht immer weit in die Ferne gehen, sagt Chudzinski: "Neulich sind wir in Gevelsberg gewesen, um ein Haus vorm Einsturz zu bewahren. Das Gerüst steht noch immer dort, bis das Gebäude wieder komplett gesichert ist." Und auch wenn es im Morsbachtal "Land unter!" heißt, rückt das Remscheider THW aus, bei Sturmschäden ebenfalls.

Was ist Chudzinskis Motivation, einen Teil seiner Freizeit für das Ehrenamt zu opfern? "Den Mitmenschen im Krisenfall zu helfen, ist natürlich eine Motivation. Aber mit der Zeit entwickelt man auch ein Verantwortungsgefühl - den Mitbürgern und den Kollegen gegenüber", sagt er überzeugt.

Quelle: RP
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