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Remscheid
Helferin für mehr Chancengleichheit

Remscheid. Fast 60 Prozent der neuen Schüler am EMA sprechen nicht Deutsch als Muttersprache. Das Projekt "Teach first" entsendet "Fellows", die Sprachdefizite bei diesen Schülern ausgleichen sollen. Von Anna Mazzalupi

Das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium (EMA) hat Zuwachs bekommen: Seit diesem Schuljahr wird das Kollegium bei der gezielten Sprachförderung der Schüler durch "Fellow" Anne Katrin Sommer (28) unterstützt.

Im Rahmen der internationalen Bildungsinitiative "Teach first" wird Sommer für zwei Jahre sowohl mit den Lehrern in der Klasse als auch in der Einzelförderung oder in kleinen Fördergruppen an sprachlichen Schwächen einzelner Schüler arbeiten. "Mir liegt es besonders am Herzen, Schüler für eine Chancengleichheit zu fördern", erklärt Sommer, deren Stelle durch die Initiative finanziert wird.

Normalerweise fokussiert sich "Teach first" auf Schulen in sozialen Brennpunkten, um dort die Chancengerechtigkeit in der Bildung durch Unterstützung von Uni-Absolventen verschiedener Fachrichtungen zu aufzubauen. Von Brennpunkt kann bei der EMA keine Rede sein. Aber: Der Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund nimmt von Jahr zu Jahr zu. "In den Eingangsklassen liegt die Anzahl weit über 50, bei fast 60 Prozent", sagt Schulleiter Hans Heinz Schumacher. Tendenz steigend.

Um den Kinder und Jugendlichen, die oft mit einer anderen Muttersprache als Deutsch aufwachsen, zu unterstützen, bietet die EMA bereits zwei Sprachförderungsprojekte an. "Das ist aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein", betont Schumacher mit Blick auf den Bedarf. Deshalb hat sich die Schule bei der Initiative beworben und wurde angenommen. Die Freude darüber sei groß. Aber der Schulleiter kritisiert auch, dass der Staat zu wenig für die Problematik tue: "Das Problem kann nicht auf dem Rücken weniger Engagierter gelöst werden".

Die neue Kollegin des EMA hat ein Studium der Literaturwissenschaft und Philosophie abgeschlossen und in England den in Komparatistik abgelegt. Statt wie im vergangenen Jahr am Schreibtisch im Verlagswesen zu arbeiten, wird sie künftig 40 Stunden die Woche die Potenziale der Schüler in Deutsch, Englisch, Mathe und Spanisch stärken.

Die dreimonatige Ausbildung von Teach first hat sie auf den Job vorbereitet. Außerdem verfügt sie über Erfahrungen als Uni-Tutorin und in der Nachhilfe. "Meine zentrale Motivation ist es, die Schüler herauszufordern und sie zu ermutigen", erklärt Sommer. In ihrer ersten Woche habe sie vor allem die Lust an Sprache und den Austausch in den Klassen vermisst. Durch gezielte Projekte wie Sprach-AGs soll das geändert und die Motivation für Engagement bei den Schülern geweckt werden.

Quelle: RP
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