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Remscheid
Hilfe für Remscheider ohne Wohnsitz

Remscheid: Hilfe für Remscheider ohne Wohnsitz
Künstlerin Bianca Haarmann (links) hatte die Idee zur Aktion. Kathrin Schubert half ihr gerne. Rainer Morteln (DRK) freut sich über die Spende. FOTO: HN
Remscheid. Bei einer Benefiz-Aktion im Allee-Center wurde Geld für den Betrieb des Medimobils gesammelt. Von Stefanie Bona

1.100 Euro konnten Allee-Center- Managerin Kathrin Schubert und die Remscheiderin Bianca Haarmann bei einer Benefizaktion zugunsten des Medimobils einnehmen. Am Samstag verwandelte sich die Treffpunktfläche des Centers zum Atelier, wo abschließend eine Vernissage und eine Versteigerung der ansprechenden Bilder der Künstlerin stattfand.

Der Impuls, sich auf diese Weise für wohnungslose, sozial benachteiligte Menschen einzusetzen, kam von der Malerin selbst. "An einer Tankstelle habe ich beobachtet, wie eine Dame Pflandflaschen aus dem Müll zog. Das hat mich sehr nachdenklich gemacht", sagte sie gegenüber der BM. Daraufhin habe sie überlegt, was sie selbst tun könne, damit Menschen vor Ort nicht schutzlos der Kälte ausgesetzt sind und ohne medizinische Versorgung dastehen.

Das aktuelle Medimobil vor dem Rathaus. Es wurde von der Firma Kießling gespendet. FOTO: Moll, Jürgen (jumo)

Das Medimobil wurde seinerzeit durch den Leiter des Remscheider Gesundheitsamtes Frank Neveling in Remscheid eingeführt. In jeder Woche fahren Mediziner ehrenamtlich mit dem ausrangierten Rettungswagen durch die Stadt und dabei insbesondere die Orte an, wo sich Obdachlose, Drogenabhängige und Menschen ohne Krankenversicherung und festen Wohnsitz aufhalten. Sie werden bei Bedarf untersucht, kleinere Wunden werden versorgt und Impfungen durchgeführt.

Bei Kathrin Schubert stieß Bianca Haarmann mit ihrer Idee auf offene Ohren. Sie stellte Mitarbeiter und Center-Equipment zur Verfügung und begab sich auf die Suche nach Sponsoren. So konnten die Besucher des Allee-Centers und geladene Gäste gegen einen kleinen Beitrag essen und trinken, wobei das Angebot bewusst bodenständig gehalten war. "Wir können nicht für Obdachlose sammeln und dann feudal speisen", betonte Kathrin Schubert. Also wurden wie im Medimobil Tee ausgeschenkt und Brot und kleinere Häppchen gereicht. Die großformatigen Bilder von Bianca Haarmann fanden großen Anklang. In Acryl, Öl und Mischtechnik lässt sie farbintensive Kompositionen entstehen. Gerade die Struktur, die die Autodidaktin ihren Arbeiten durch Verwendung etwa von Pigmenten oder Alltagsgegenständen wie Papiertüten gibt, ist reizvoll.

In Remscheid gelten rund 300 Menschen als wohnungslos, wobei Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz betonte, dass "bei uns niemand auf der Straße übernachten muss". Damit verwies er auf Angebote wie etwa die Wohnungsnotfallhilfe der Remscheider Caritas. Warum Bürger in eine solche Situation kommen, habe unterschiedliche Gründe. Frauen, die wie im Beispiel von Bianca Haarmann mit ein paar Euro aus dem Sammeln von Pfandflaschen das schmale Budget zum Leben aufbessern, schämten sich häufig, die ihnen zustehende Grundsicherung in Anspruch zu nehmen. Mast-Weisz lobte die Benefizaktion nicht nur als Beitrag zur Unterstützung des Medimobils, sondern auch, weil sie auf die Lebensverhältnisse der Betroffenen aufmerksam gemacht habe. Auch Kathrin Schubert freute sich über das "tolle Feedback seitens der Remscheider".

Quelle: RP
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