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Remscheid
Hindenburgstraße wird Trödel-Boulevard

Remscheid: Hindenburgstraße wird Trödel-Boulevard
Auf der Hindenburgstraße gab es beim Pfingsttrödel kaum ein Durchkommen. Die meisten Besucher nutzten das gute Wetter, um gemütlich zu schlendern und das eine oder andere Schnäppchen zu machen. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Am Pfingstwochenende verwandelte sich Alt-Remscheid wieder zu einem wahren Paradies für Trödel-Fans. Die meisten Besucher schlenderten eher gemütlich über die Straße, schauten sich links und rechts kurz um, blieben hier und da mal stehen. Von Cristina Segovia-Buendia

Der Gang über Remscheids schillerndsten Straßenzug gehört an Pfingsten, zumindest für die Bewohner von Alt-Remscheid, zur festen Tradition. "Ich komme jedes Jahr", sagt Besucherin Melissa Kemper. Sie wohnt unweit der Hindenburgstraße und besucht den Pfingsttrödel, um sich umzuschauen vor allem aber auch um Freunde und Bekannte zu treffen. "Das passt einfach. Wer nicht gerade über die Tage für einen Kurzurlaub wegfährt, den trifft man hier wieder. Und wenn das Wetter mitspielt, ist es schön hier entlang zu spazieren, auch wenn ich nicht immer etwas kaufe."

Die wahren Trödel- und Flohmarkt-Fans waren schon am frühen Morgen unterwegs gewesen, doch am Sonntagnachmittag waren nur die wenigsten tatsächlich auf Schnäppchenjagd aus, obwohl an der ein oder anderen Stelle doch noch leidenschaftlich gefeilscht wurde. Die meisten Besucher schlenderten eher gemütlich über die Straße, schauten sich links und rechts kurz um, blieben hier und da mal stehen.

Nur an den wenigsten Ständen drängelten sich größere Besuchermassen. Alles war recht überschaubar. Dafür herrschte überall dort, wo Würstchen und Pommes, Berliner und Eis, Süßes und Deftiges angeboten wurde, Tumult. Einige Cafés und Bars hatten ihre Bierzeltgarnitur auf die Straße gestellt, auf denen es sich die Leute gemütlich machten, miteinander ins Gespräch kamen oder schlichtweg das Getümmel auf der Straße beobachteten.

Aus Lautsprechern trällerten Schlagerstars und Popgrößen ihre Lieder. Am Haus des Handwerks, auf der Bühne der Bergischen Morgenpost gab es sogar Live-Musik. Und unweit davon saß Nicandro Zarli (80) an seinem Stand. Seit über 20 Jahren nimmt er regelmäßig am Pfingsttrödel teil, bietet alte Holzmöbel und Bilder an. Diesmal zog eines seiner selbstgefertigten Werke die meisten Blicke auf sich: Eine wunderschöne Pinocchio-Figur. "Ich war schon lange von der Geschichte fasziniert", sagt Zarli, "wie Meister Gepetto Pinocchio erschuf".

Viele Besucher auf der Hindenburgstraße fotografierten sich mit seinem Pinocchio, manche hätten sich auch für den Kauf interessiert, erzählt er. Nur zahlen wollte noch keiner den Preis, den Zarli für seine handgefertigte Figur aus Holz und Keramik, fordert. "Ich würde gerne zwischen 300 und 400 Euro für die Figur haben." Das Geld, sagt der pensionierte Bauingenieur, würde er sogar für einen guten Zweck für Kinder spenden. Wichtig sei ihm nur, dass die Figur in gute Hände kommt und sie "jemanden damit eine große Freude" mache.

Quelle: RP
 
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