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Lokalsport
Höhenflug der jungen Wilden

Remscheid. Rollhockey-Bundesliga: Die IGR Remscheid steht in den beiden Endspielen um die Deutsche Meisterschaft gegen die ERG Iserlohn, der erste DM-Titel seit 23 Jahren winkt. Das ist vor allem ein Produkt der guten Nachwuchsarbeit. Von Andreas Dach

Zweimal noch müssen sie an ihre körperlichen und mentalen Grenzen gehen. Zweimal noch wird ihr Adrenalinpegel absolute Höchstwerte erreichen. Physische und psychische Ausnahmesituationen, die man bei der IGR Remscheid sehr gerne in Kauf nimmt. Stehen sie doch für das kommende Wochenende, an welchem sich der Rollhockey-Bundesligist mutig anschickt, die Deutsche Meisterschaft nach 23 Jahren endlich mal wieder nach Remscheid zu holen. In den beiden Spielen gegen die ERG Iserlohn stehen die Chancen 50:50. Bringen die Bergischen am Samstag ein akzeptables Ergebnis vom Hinspiel im Sauerland mit (15.30 Uhr, Hemberghalle), ist ihnen tags drauf in der heimischen Sporthalle Hackenberg (15.30 Uhr) alles zuzutrauen.

"Die Jungs sind bereit, alles zu tun", sagt Trainer Marcell Wienberg, der seine Mannschaft im zweiten Jahr in Folge in ein Endspiel geführt hat. 2016 gewann die IGR den deutschen Pokal, jetzt soll es die Meisterschaft werden. Der Vorsitzende Georg Feldhoff nimmt den Druck bewusst von der blutjungen Mannschaft (Durchschnittsalter liegt bei gerade mal 20 Jahren): "Wir möchten es packen. Aber wenn es nicht funktioniert, greifen wir halt im nächsten Jahr wieder an."

Die Zukunft spricht für die IGR Remscheid, die früher als erwartet von ihrer außergewöhnlich guten Jugendarbeit profitiert. Sie dreht aktuell am großen Rad, wird es auch in Zukunft tun. Schon jetzt ist klar, dass in den nächsten Jahren wieder gut ausgebildete Spieler aus der eigenen U 17 und U 20 nachrücken werden. Ein Luxus, den sich kein weiterer Bundesligist in dieser Form auf die Fahnen schreiben kann. "Die Nationalmannschaften werden von uns in dem Altersbereich geflutet", sagt Georg Feldhoff nicht zufällig.

"Der ganze Verein arbeitet seit Jahren daran, dass wir da oben mitspielen können", stellt Trainer Marcell Wienberg klar. Wieder dorthin zu kommen, wo man schon einmal war. 1992 und 1994 hat die IGR zuletzt die Deutsche Meisterschaft gewonnen - stets in mitreißenden Finals gegen den RSV Weil. Auch da hatte man das Rückspiel immer daheim. Ein gutes Omen.

Schon jetzt ist klar, dass die Remscheider in der kommenden Saison wieder international spielen werden. Die neuerliche Qualifikation für den CERS-Cup ist fix. Getoppt werden könnte das mit dem DM-Titel. Dann nämlich wäre die IGR in der Champions League dabei, würde sich in der Gruppenphase mit drei Teams aus der europäischen Elite auseinandersetzen dürfen. Ein Traum für jeden jungen Sportler, den die Vereinsführung gerne erfüllen möchte. Feldhoff: "Wenn die Jungs sich dafür qualifizieren, spielen sie dort auch."

Dass im Fall des Falles Kosten in Höhe von rund 20.000 Euro auf den Verein zukommen würden, ist den Beteiligten klar. "Dann werden wir das Geld irgendwie aufbringen", glaubt Feldhoff. "Und wenn ich mich auf die Kirmes stelle und Waffeln verkaufe." Zunächst einmal müssen zwei Spiele gegen die erfahrene Mannschaft aus Iserlohn mit der aktuell besten Abwehr der Bundesliga gespielt werden. Zudem steht bei den Sauerländern mit Patrick Glowka der aktuell wohl stärkste deutsche Torwart im Kasten. Aber den jungen Wilden der IGR Remscheid, die durch das Trainingslager in Australien noch einmal einen zusätzlichen Schub bekommen haben, ist aktuell alles zuzutrauen. Auch die Deutsche Meisterschaft.

Quelle: RP
 
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