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Remscheid
Holthaus Medical verlagert seine Logistik

Remscheid. Einige Mitarbeiter des Lüttringhauser Unternehmens verlieren ihren Arbeitsplatz. Verwaltung bleibt. Von Stefanie Bona

Vor 26 Jahren verlegte die in Lüttringhausen beheimatete Firma Holthaus Medical ihre Produktion an drei Standorte in den neuen Bundesländern. Jetzt hat der Hersteller von Verbandsmitteln eine Strukturveränderung vollzogen und die drei Fertigungsstätten zu einer im sächsischen Bischofswerda zusammengefasst. Gleichzeitig wird die Logistik, die sich immer noch in Remscheid befand, ebenso dort hin verlegt.

Für Geschäftsführer Andreas Holthaus ist dies ein Schritt, um das Unternehmen mit Blick auf Kosten und interne Abläufe auch zukünftig gut aufgestellt zu wissen. Der Aufwand, die Produkte mehrmals pro Woche rund 600 Kilometer zur Kommissionierung nach Remscheid zu befördern, sei dauerhaft nicht mehr tragbar gewesen. Künftig soll der Versand nun direkt an einem Herstellungsort abgewickelt werden.

Zwar ändert sich an der Mitarbeiterzahl von gesamt knapp 130 Beschäftigten in der Unternehmensgruppe nichts, gleichwohl müssen vor Ort Arbeitsplätze abgebaut werden. "Wir haben uns um eine sozial verträgliche Lösung sehr bemüht", betont der Firmenchef. Einige Mitarbeitende wechseln in den Ruhestand, ein Auszubildender wird noch bis zur Abschlussprüfung beschäftigt, aber nicht übernommen. Verbleiben sieben Kräfte, die sich nach einer neuen Stelle umsehen müssen. Wo möglich, versuche man die Menschen zu anderen Firmen zu vermitteln. Da die Situation auf dem Arbeitsmarkt in Remscheid und der Region derzeit recht entspannt sei, ist Andreas Holthaus zuversichtlich, dass die Betroffenen schnell eine Alternative fänden. Allerdings räumt er ein, dass das Angebot von Teilzeitstellen, die gerade die Frauen bevorzugt antreten würden, derzeit eher begrenzt sei. Das Angebot, mit der Abteilung nach Bischofswerda zu ziehen, sei allen Arbeitnehmern unterbreitet worden. Eine Mitarbeiterin könne sich eventuell mit der Option anfreunden. "Für den Einzelnen ist die Situation sicherlich bitter. Wir haben uns die Entscheidung aber wirklich nicht leicht gemacht", sagt der Geschäftsführer. Nichts verändern wird sich für das Personal der Verwaltung, die mit 20 Mitarbeitern am Firmensitz an der Lüttringhauser Straße verbleiben soll. Im digitalen Zeitalter mit den modernen Kommunikationsmitteln sei die Steuerung des Unternehmens von Remscheid problemlos möglich. Hier weiß der Geschäftsführer um seine gut aufgestellte Mannschaft aus Fachkräften, die man anderswo nur schwer ersetzten könne.

Quelle: RP
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