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Remscheid
Holz-Zuwachs in Remscheids Wäldern

Remscheid: Holz-Zuwachs in Remscheids Wäldern
Blick in den winterlichen Wald. Der Holzvorrat in Remscheid ist gewachsen, obwohl der Wald bewirtschaftet wird. FOTO: Nico Hertgen
Remscheid. Bürger kritisieren vermeintlichen Kahlschlag. Aber der Vorrat an Holz ist im Privatwald um 14 Prozent gestiegen. Von Solveig Pudelski

"Raubbau" oder "Kahlschlag" - Markus Wolff muss sich so manche Kritik und Vorwürfe von Bürgern anhören, wenn im Remscheider Wald Bäume gefällt werden. "Die Menschen reagieren sehr sensibel", sagt Wolff, der bei den Technischen Betrieben Remscheid (TBR) unter anderem für den Wald zuständig und gleichzeitig Geschäftsführer des Forstverbandes ist, diplomatisch. Besonders im Winter vor der Vegetationsphase werde Holz eingeschlagen. Das wecke solche emotionalen Reaktionen.

Der Vorwurf des Kahlschlags kann Wolff aber anhand aktueller Zahlen glaubhaft widerlegen. Laut Ergebnis der Forstinventur, die ein Externer vornahm, hat der Holzvorrat im Wald des Forstverbandes im Vergleich zu 2002 um 14 Prozent zugenommen. Im Wald der TBR waren es sogar 16 Prozent. Mit anderen Worten: Es ist in Remscheids Forst mehr Holz nachgewachsen als eingeschlagen wurde. "Trotz Kyrill", erinnert Wolff an die Sturmschäden im Januar 2007.

In den Wäldern der 683 privaten Waldbesitzer ist auf 1250 Hektar ein Vorrat von 257.000 Festmetern Holz, "obwohl zwischen 3000 bis 7000 Festmeter jedes Jahr eingeschlagen werden", sagt Wolff.

Dieser Einschlag sei nicht als reine Einnahmequelle zu sehen. "Wir brauchen diesen Waldumbau", sagt der Leiter der Forstbehörde. Der Wald soll verjüngt werden und gut durchgemischt sein, was Arten und Baumgenerationen anbelangt. Damit junge Bäume überhaupt eine Wachstums-Chance haben, brauchen sie Platz und Licht. In Remscheid werden neue Bäume gepflanzt und geschützt. Man setze gleichzeitig aber auch auf natürliche Waldverjüngung. Per Zertifikat ist dem Forstverband eine vorbildliche Wirtschaftsweise bescheinigt worden.

Heile Welt im Wald mit guter Zukunft? Markus Wolff ist es gewohnt, bei der Waldplanung in Zeiträumen von 100 Jahren zu denken. Im Blick hat er dabei auch die Rahmenbedingungen. Der Vertrag zwischen Stadt und dem 1947 gegründeten Forstverband läuft 2021 aus. Mit ihm wurde dem Verband die Geschäfts- und Rechnungsführung sowie die Beförsterung und Beratung übertragen. "Wird der Vertrag verlängert, und was geschieht, wenn dies nicht der Fall ist?", fragt der Geschäftsführer. Fakt sei, dass die Zeiten schwieriger werden und sich der Verband rechtzeitig strategisch ausrichten müsse.

Weil die Stadt sparen muss, wurden die Zuschüsse (6700 Euro/Jahr) an den Verband bereits 2009 gestrichen. Die Stellen der Förster und somit die Anzahl der Reviere wurden von vier auf drei reduziert. In fünf Jahren seien die Rücklagen des Forstverbandes erschöpft. Aus diesen wurden bisher der erforderliche Eigenanteil an den Kosten der Waldkalkung oder Zuschüsse für Waldpflege bezahlt. Die würden dann entfallen.

Eine Variante sei, die Beiträge der Verbandsmitglieder zu erhöhen. Dazu möchte Wolff frühzeitig ein Meinungsbild der privaten Waldbesitzer gewinnen.

Quelle: RP
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