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Remscheid
Hoteliers lehnen eine Bettensteuer ab

Remscheid. Eine Kulturförderabgabe sei ein großer Wettbewerbsnachteil. Von Christian Peiseler

Die Remscheider Hoteliers lehnen eine Bettensteuer strikt ab. Die von der CDU ins Spiel gebrachte Abgabe, um das Programm des Teo Otto Theaters zu unterstützen, würde die wirtschaftliche Situation der Hoteliers deutlich verschlechtern. "Unterm Strich bringt die Steuer niemandem etwas, sie kostet nur Geld und Zeit", sagte Markus Kärst, Vorsitzender des DEHOGA-Verbandes Nordrhein, gestern in einer Pressekonferenz. Nach Angabe von Kärst wäre eine Bettensteuer ein riesiger bürokratischer Aufwand. Nach den geltenden Bestimmungen sind Geschäftsreisende von einer Bettensteuer ausgenommen. Um zu beweisen, dass der Gast aus geschäftlichen Gründen in Remscheid weilt, muss er ein mehrseitiges Formular ausfüllen, das von seinem Arbeitgeber beglaubigt ist. Dieses Formular schickt der Hotelier an die Stadt zu Prüfung weiter. Von dort komme die Bestätigung der Befreiung.

In den Remscheider Hotels übernachten pro Jahr etwa 100. 000 Gäste. 90 Prozent aus geschäftlichen Gründen. "Die Stadt müsste 90. 000 Anträge pro Jahr bearbeiten", rechnete Kärst vor. Vor allem Firmen wären von dem großen Aufwand für einen Antrag auf Befreiung von der Bettensteuer betroffen. Kärst und seine DEHOGA-Kollegen befürchten als Folge einer solchen Abgabe, dass die Geschäftskunden in die Nachbarstädte nach Solingen, Wuppertal, Radevormwald, Wermelskirchen oder Hückeswagen ausweichen, um sich den ganzen organisatorischen Kram zu ersparen. Dort gibt es keine Bettensteuer. Kärst erinnerte an die Versuche der Stadt Wuppertal, im Jahre 2012 eine Bettensteuer einzuführen. Ergebnis: Die Personalkosten für die Bearbeitung überstiegen die Einnahmen. Erst kürzlich habe die Stadt Heidelberg eine Bettensteuer abgelehnt. "Wenn Heidelberg mit seinem großen touristischen Angebot davon Abstand nimmt, sollte es Remscheid erst recht tun", sagte Kärst.

Die von der CDU angebotenen Rabatte für Hotelgäste beim Besuch des Teo Otto Theaters sind aus Sicht von Kärst unsinnig. "Geschäftsleute starten morgens um sechs Uhr zu ihrem ersten Termin und kommen abends um 19 Uhr nach Hause. Die wollen noch gut zu Abend essen und gehen früh schlafen", sagte Kärst. Es könne nicht Aufgabe der Hoteliers sein, das Teo Otto Theater zu vermarkten. Der Rat der Stadt soll in seiner nächsten Sitzung über den Antrag der CDU abstimmen.

Quelle: RP
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