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Remscheid
Hürden für die Lust am Experimentieren

Remscheid: Hürden für die Lust am Experimentieren
Schüler forschen im Labor des Röntgen-Museums. Dennis Neuhaus, Justin Hopf, Marcel Leonhardt und Nikole Wendland analysieren eine Blume auf einem CT. Das Foto entstand bei der Eröffnung des RöLab vor einem Jahr. FOTO: Jürgen Moll (Archiv)
Remscheid. Die Ausstattung des Röntgenlabors (RöLab) geht voran. Die Sparkasse übergab 15.00 Euro. Es fehlt an Personal. Von Christian Peiseler

Von Wilhelm-Conrad Röntgen wird erzählt, dass er sich nur dort wohl gefühlt habe, wo er experimentieren konnte. Dieser Entdeckergeist soll im Röntgenlabor (RöLab) im dritten Obergeschoss des Deutschen Röntgen-Museums mehr Unterstützung erfahren. Die Konzeption des Labors befindet sich zwar weiterhin in der Entwicklung, die experimentellen Grundlagen für an Naturwissenschaften interessierte Schüler sind aber vorhanden. Das RöLab soll die Freude und Lust am Experiment fördern. Das gilt sowohl für Schüler wie auch für angehende medizinisch-technische Assistenten. Es gehört zu den Ansprüchen des Deutschen Röntgen-Museums, nicht nur über verschiedene Exponate die Geschichte der Röntgenstrahlen und über das Leben des ersten Nobelpreisträgers zu erzählen, sondern die Besucher selbst aktiv werden zu lassen.

Direktor Dr. Uwe Busch verfolgt dabei ein hohes Ziel: Er will einen Ort für junge Forscher schaffen auf dem wissenschaftlichen Niveau einer Universität. Dafür muss in technische Gerät investiert werden. Über sechs Schulröntgengeräte verfügt die Einrichtung bereits. Jedes davon kostet 20.000 Euro. Über 300.000 Euro sammelte Busch bisher an Spenden ein für das RöLab. Gestern übergab die Sparkasse 15.000 Euro. Das Geldinstitut hat damit insgesamt 45.000 Euro überwiesen. Nach der Lutherkirche (50.000 Euro für die Renovierung) gehört das Röntgen-Museum zu den Institutionen, die bisher die größte Spende bekommen haben. Frank Dehnke, Vorstand der Sparkasse, sagt dazu: "Wir unterstützen damit das Wichtigste, was es gibt: Bildung."

Direktor Dr. Uwe Busch (l.) und Sparkassenvorstand Frank Dehnke im RöLab. FOTO: cip

Um das Labor auch als einen Ort des Lernens und Experimentierens kontinuierlich zu etablieren, braucht es Menschen, die über Kompetenzen in der Strahlenphysik verfügen und sich in Medizintechnik einigermaßen auskennen. Aber an diesen Menschen fehlt es in ausreichendem Maße. "Wir haben genügend Arbeit, um einen Laborleiter einzustellen", sagt Uwe Busch. Ein Laborleiter wäre in der Lage, die Experimente der Schüler zu begleiten. Busch muss sich aber mit einem ehemaligen Physiklehrer des Röntgen-Gymnasiums zufriedengeben, die Stadt hat kein Geld für diese Stelle. Als Minijobber arbeitet Wolfgang Dick an einem Tag in der Woche. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die didaktischen Konzepte für die Experimentalreihen zu erarbeiten, weniger darin, Unterricht zu geben. Der normale Physiklehrer kann die Kurse im RöLab meist auch nicht übernehmen. Er muss in Besitz einer Bescheinigung als Strahlenschutzbeauftrager sein. Die haben die wenigsten.

Das sind Hürden, die die Entwicklung des Labors nicht gerade fördern. "Wir sind im Prozess. Vieles ist noch nicht fertig", sagt Busch. Zu den Zukunftsideen gehört auch der Plan, ein Sommercamp für ausgesuchte Schüler von MINT-Gymnasien zu veranstalten - in der Hoffnung, dass die Lust zur Forschung im Sinne Röntgens im RöLab lebendig bleibt.

Quelle: RP
 
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