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Stadtansichten Bergisch Born
Idylle im Kreuz alter Handelsstraßen

Stadtansichten Bergisch Born: Idylle im Kreuz alter Handelsstraßen
Bitte einsteigen! Der Bahnhof von Bergisch Born 1932 (Foto links). Heute verläuft dort die Balkantrasse. FOTO: Verlag G. . Schneppendahl.
Remscheid. Das Stadtarchiv hat viele alte Fotos gesammelt. Sie zeigen Bergisch Born, als es dort noch fast keine Autos gab. Von Bernd Bussang

An der Oberstraße steht das älteste noch erhaltene Haus Bergisch Borns, es wurde erbaut im Jahr 1658. Doch ist das Straßendorf viel älter. Bereits um 1270 wurde das Amt Bornefeld erstmals urkundlich erwähnt. Damals muss es dort noch etwas ungemütlich gewesen sein. Der Heimathistoriker Reinhard Diesing zitiert aus einem mittelalterlichen Bericht: "Die Landschaft darumbher ist ein gar rauher, bürgiger, waldiger, ungeschlochter Orth, ohne sundern Ackerbau; die Underthaner haben meistenteils ihre Nahrung von dem Viehe und wohnen weit hin undt wider im Gebürg zerstreuet. Die Leute wohnen hieselbsten an einem dem Augenschein nach gantz unfruchtbaren, wilden, nahrungslosen Orthe, da der Acker dem Vieh das Futter wie dem Menschen kaum Haberbrot genug herfürbringet."

Seine Bedeutung bezog die Siedlung durch ihre Lage im Kreuz zweier alter Handelsstraßen. Eine, die heutige B 237, führt über Hückeswagen nach Siegen. Die zweite verbindet Dortmund mit Köln. Sie heißt heute nur noch schlicht B 51 und ist ins Gerede gekommen. Die Verkehrsbelastung dort ist immer wieder Anlass zu vielfältigen Beschwerden. Autokolonnen, darunter viele Lkw quälen sich über den Asphalt. Nicht wenige Bewohner Bergisch Borns hoffen seit vielen Jahren auf eine Umgehungsstraße, die so schnell aber offenbar nicht kommen wird, auch wenn es jüngst wieder positive politische Signale gab.

Früher gab es solche unhaltbaren Zustände nicht. Das zeigen die Fotos aus dem Remscheider Stadtarchiv. Ende der 50er Jahre sind die Straßen noch leer, Parkplätze sind reichlich vorhanden. Dass es aber im Verkehr nicht immer so reibungslos lief, zeigt ein Foto aus dem Nachlass Günther von Steins aus dem Jahr 1910. Ein Bus ist nach einem Unfall förmlich in die Knie gegangen. Ob und wie viele Menschen verletzt wurden, ist nicht überliefert.

Bergisch Born und der Verkehr - die Verbindung zur Welt war immer wichtig für das frühere Dorf. Die Einrichtungen der Bahnlinien von Wuppertal nach Opladen 1876-81 und von Lennep nach Wipperfürth-Hämmern und weiter nach Dieringhausen 1876 mit ihrer Verzweigung in Bergisch Born band den Ort in das Netz der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft ein. Eine Omnibus-Linie nach Köln ergänzte die Verbindungen. Das belebte das Geschehen im Ort und gab ihm Auftrieb.

70 Jahre später kommt es zu einem einschneidenden Ereignis: Im Zuge der Kommunalgebietsreform wird am 1. Januar 1975 der östliche Bereich um Bergisch Born aus der Stadt Hückeswagen herausgelöst und in die Stadt Remscheid eingegliedert. Der Norden des heutigen Ortsteils gehörte zuvor zur Stadt Lennep, später zu Remscheid, der Süden zu Wermelskirchen.

Quelle: RP
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