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Remscheid
IG Metall blickt bei Jubiläumsfeier nach vorn

Remscheid. Im Innenhof der Geschäftsstelle an der Elberfelder gab es Unterhaltung und die Gelegenheit zum lockeren Austausch. Von Stefanie Bona

Mit einem Fest in lockerer Atmosphäre feierte gestern die IG Metall Remscheid-Solingen ihr 125-jähriges Bestehen. Im Innenhof ihrer Geschäftsstelle an der Elberfelder Straße gab es für die Gäste manche Schlemmerei, Musik und Gelegenheit zu vielen netten Gesprächen.

"Wir wollten bewusst mit unseren Mitgliedern feiern und nicht bei einem Festakt in einem angemieteten Saal Selbstbeweihräucherung betreiben", sagte der erste Bevollmächtigte Marko Röhrig gegenüber der Bergischen Morgenpost.

Was aber nicht heißt, dass man auf die lange Gewerkschaftsgeschichte in der industriell geprägten Region nicht gebührend stolz ist. "125 Jahre - was ist in der Industrie in dieser Zeit nicht alles passiert? Die IG Metall hat sich auf den Wandel immer eingestellt und ist ein verlässlicher Partner gewesen", betonte der Funktionär.

Der Strukturwandel war in der jüngsten Zeit die größte Herausforderung für die Gewerkschafter. Die Dominanz der metallverarbeitenden Betriebe ist im Städtedreieck nicht mehr so hoch, das ist auch bei den Mitgliederzahlen spürbar. 15.000 Menschen verteilt auf 220 Betriebe sind in Remscheid und Solingen der Interessengemeinschaft Metall angeschlossen. "Heute haben wir es mit einer anderen Klientel als in der Vergangenheit zu tun. Wir müssen verstärkt versuchen, auch Führungskräfte und Angestellte für unsere Arbeit zu gewinnen", sagte Norbert Römmelt, Betriebsratsvorsitzender des Remscheider Automobilzulieferers Sona.

Welche wichtige Rolle die IG Metall vor Ort für die Sicherung der Arbeitsplätze spielt, hat die Belegschaft im Jahr 2009 erfahren. Damals geriet das Unternehmen in Schieflage, ein neuer Eigner musste gefunden werden. "Mit dem Arbeitgeber hat die IG Metall eine Lösung gefunden, die bis heute wirkt. Es sind seither keine Arbeitsplätze mehr weg gefallen", betonte Römmelt.

Die Rolle der Gewerkschaft habe sich im Laufe ihrer Geschichte gewandelt. "Früher ging es um einen Verteilungs-, mittlerweile geht es um einen Existenzkampf. Wir brauchen immer eine intelligente Lösung für den Einzelfall", sagte er. Die Forderung nach höherer Entlohnung stünde nicht mehr so im Vordergrund. Nachhaltigkeit wie bei den Verhandlungen gegen befristete Arbeitsverträge nach der Ausbildung oder um gleiche Bezahlung der Leiharbeitnehmer habe nunmehr Priorität.

Erster Bevollmächtigter Marko Röhrig sieht eine der vordringlichsten Aufgaben aktuell in der Erschließung weiterer Mitgliedsbetriebe und der Gründung von Betriebsräten. Dies müsse Arbeitgebern keine Sorgen bereiten. "Es geht um klare, verbindliche Regeln, die einzuhalten sind. Das bedeutet auch für die Unternehmen Planungssicherheit", ist Röhrig überzeugt. Auch dem lösungsorientierten Aushandeln von Sanierungstarifverträgen komme in der Region zunehmend mehr Gewicht zu.

Quelle: RP
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