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Remscheid
IG Stadtführer feiert zehnjähriges Bestehen

Remscheid. Zum Jubiläum gaben die Geschichts-Experten einen kostenlosen Einblick in die Geschichte Remscheids. Von Anna Mazzalupi

Wie sah wohl das Lüttringhauser Leben um 1900 aus? Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Interessensgemeinschaft Remscheider Stadtführer gaben die Geschichtsexperten jetzt bei einer kostenlosen Führung einen hautnahen Einblick in die vergangene Zeit.

Stilecht in Kleidung der Jahrhundertwende stellten die Stadtführer rund um die Evangelische Kirche am Ludwig-Steil-Platz eine Begegnung dar, wie sie durchaus vor 116 Jahren hätte stattfinden können. Der Tourist aus Preußen, Herr von Zinnendorf (Lars Johann), gelangt nach seinem Aufenthalt in Remscheid nach Lüttringhausen, das damals noch eine eigenständige Stadt war. "Den richtigen Kick hab ich allerdings noch nicht gefunden", merkt der feine Herr mit Zylinder an.

Auch das Lütterkuser Platt macht ihm zu schaffen. Zum Glück für ihn: Die Frau des Bürgermeisters, Eleonore Gertenbach (Claudia Holtschneider), spricht "anständiges Deutsch" und war durchaus gewillt, dem Besuch Auskunft über das wachsende Städtchen zu geben.

Immerhin 11.000 Einwohner zählten zu Lüttringhausen, als ihr Mann Richard Gertenbach unter anderem für den Bau der Stiftung Tannenhof, des Gefängnisses und der Herbringhauser Talsperre mitverantwortlich war.

Auf seinem weiteren Weg, dem etwa 25 interessierte Teilnehmer folgten, traf von Zinnendorf auf einen alten Bekannten: der Schmied Casper (Klaus Fickert), der aus dem Odenwald kommend am Bau der Müngstener Brücke beteiligt gewesen war. Was ihn nach Lüttringhausen verschlagen hatte? Er wirkte beim Bau eines Wasserturms der Firma Pipersberg mit, für den überschüssiges Baumaterial der Müngstener Brücke verwendet wurde. Aufschlussreich wurde es für den Preußen dann, als er dem Herrn Oberlehrer Bornewasser (Harald Fennel) begegnete. Er erzählt ihm von der Gründung der Stadt, vom großen Brand 1733 und den verschiedenen Hofschaften. Wie nebenbei spazierten dann noch Frau Gertenbach mit dem Schmied und Wilhelm Conrad Röntgen (Harald Blondrath) an der kleinen Gesellschaft vorbei, die sie zum Abschluss zum traditionellen Kottenbutteressen einluden.

Ein Höhepunkt im Jubiläumsjahr wartet noch: Ende Oktober wird es eine dritte, historische Führung dieser Art in Lennep geben, bei der die Teilnehmer sicher auch wieder auf Röntgen treffen werden. Ab dem nächsten Jahr will die Interessengemeinschaft Remscheider Stadtführer übrigens auch vermehrt Führungen in Lüttrighausen anbieten.

Info Über Termine der nächsten Stadtführungen durch Remscheid informiert die Interessengemeinschaft im Internet unter www.stadtführung-remscheid.de.

Quelle: RP
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