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Rollhockey
Spagat zwischen Kür und Pflicht

IGR Remscheid: Spagat zwischen Kür und Pflicht
Trainer Marcell Wienberg tröstet Torhüter Joey van den Dungen. FOTO: Holger Battefeld
Remscheid. Die Männer und Frauen von Rollhockey-Bundesligist IGR sind in der Bundesliga gegen den Nachbarn Moskitos Wuppertal gefordert. Von Andreas Dach

Achtung: Die Stechmücken fallen am Samstag in der Sporthalle Hackenberg ein. Erst empfangen um 14 Uhr die Männer der IGR Remscheid in der Rollhockey-Bundesliga die Moskitos Wuppertal, zwei Stunden später messen sich - ebenfalls in der Bundesliga - die Frauen beider Vereine (16 Uhr). Haben beide Gastgeberteams genügend Mückenschutz aufgetragen?

Sicher ist: Die Männer der IGR werden mit einer geringeren Dosis auskommen als die Frauen. Sie sind nicht nur klarer Favorit gegen die Wuppertaler, für sie dürfte es sogar nur um die Höhe des Sieges gehen. Der bergische Nachbar hat bislang alle sechs Partien verloren und sich mit einem Torverhältnis von 7:89 als Kanonenfutter erwiesen. Was für die Moskitos spricht: Obwohl sie wussten, welch schwierige Saison vor ihnen liegt, haben sie die Aufgabe in der obersten Spielklasse angenommen. Das nötigt auch IGR-Trainer Marcell Wienberg größten Respekt ab: "Es ist schon gut, dass die Mannschaft in der Liga geblieben ist. Wir wissen das richtig einzuordnen und haben Respekt vor jedem Gegner."

Entscheidend dürfte für den Gastgeber sein, mental entsprechend vorbereitet zu sein. Gilt es doch, innerhalb einer Woche den Spagat zwischen einem Europapokalspiel im spanischen Voltregà und der Pflichtaufgabe in der Meisterschaft seriös zu bewältigen. Ein Sieg im zweistelligen Bereich würde Schwung bringen für die letzte Pflichtaufgabe des Jahres - am 12. Dezember um 20 Uhr bei der ERG Iserlohn.

Junge Akteure wie Til Cramer, Lukas Friese und Jan-Hendrik Kulessa sind gegen die Moskitos gesetzt, dafür werden zwei der Stammkräfte diesmal komplett aussetzen. "Ich weiß aber noch nicht, wer das sein wird", verdeutlicht Wienberg.

Im Tor wird noch um das Mitwirken von Joey van den Dungen gebangt, der sich beim Training am Dienstag eine Schulterverletzung zugezogen hat. So stand am Tag danach - ausgerechnet an seinem Geburtstag - für den Holländer ein Arztbesuch auf dem Programm. Wird er nicht rechtzeitig fit, wird Michael Raab aufrücken und das Pendant zu Jonas Langenohl bilden. Wienbergs Erwartung ist so oder so klar: "Hinten sollte die Null stehen, und vorne tut alles unter zehn erzielten Toren weh." Auch wenn es ein Wiedersehen mit ehemaligen Remscheidern gibt, wird man keinen Gang zurückschalten. Marcus Brockmann trainiert die Moskitos, Jan Henckels gehört zu den Führungsspielern. Am meisten baut man bei den Gästen perspektivisch aber auf den Nachwuchs. Die U 20 gilt als spielstark, zunehmend werden Akteure in den Bundesligakader hochgezogen. Damit man irgendwann kein Kanonenfutter mehr ist.

Nicht vorherzusehen ist der Ausgang bei den Frauen, wo mit der IGR und den Moskitos zwei Teams aufeinandertreffen, die noch verlustpunktfrei sind. "Drei Punkte wären für uns gigantisch", findet der Remscheider Coach Markus Feldhoff. Für ihn sind die Gäste "Kandidatinnen für das Final Four". Dort will auch sein Team hin. Pech nur, dass U17-Nationalspielerin Saphira Giersch umgeknickt ist und auf Krücken das Trainingsgelände verlassen hat. "Vielleicht reicht es bis Samstag", hofft Feldhoff. Ein Risiko wolle man im Hinblick auf die EM nicht eingehen. Ohne sie wäre die Aufgabe gegen den körperlich starken Gegner noch schwieriger zu händeln. Zumal Annika Zech nach langer Verletzungspause (Stück vom Schienbein abgebrochen) erst Anfang kommender Woche wieder langsam in den Belastungsbereich zurückkehren wird.

Quelle: RP
 
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