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Remscheid
Im Bahnhof wird bald therapiert

Remscheid: Im Bahnhof wird bald therapiert
Nicht in einer altägyptischen Pyramide vor Wandornamenten steht hier Ingo Brögelmann, sondern im Lenneper Bahnhofsgebäude, das das Ehepaar aufwendig in ein Therapie- und Gesundheitszentrum umbauen lässt. FOTO: jürgen moll
Remscheid. Physiotherapeuten Brögelmann lassen altes Gebäude innen und außen komplett sanieren. Von Stefanie Bona

Über viele Jahre hat sich für das alte Bahnhofsgebäude in Lennep niemand interessiert. Der Verfall und der damit einhergehende Leerstand bereiteten Stadtverwaltung und Politik Kopfzerbrechen. Dass sich dort nun mächtig was tut, fällt Bahnfahrern und Pendlern genauso auf, wie denen, die die Straße entlang des Lenneper Bahnhofs regelmäßig passieren. Wie berichtet, haben Ingo und Margarete Brögelmann den Bau von der Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft (BEG) NRW gekauft, um ihre physiotherapeutische Praxis von der Kölner Straße hier hin zu verlagern.

Im nächsten Herbst soll Eröffnung sein, also gehen die Arbeiten mit großen Schritten voran. Das betrifft sowohl das, was man von außen sieht, als auch die Umbauarbeiten im Gebäudeinneren. Die Fassaden sind eingerüstet und teilweise mit großen Planen abgehangen. Ein kompletter Austausch muss bei den Fenstern erfolgen, was zu einem großen Teil schon geschehen ist.

Dreckige und kaputte Bahnhöfe in der Region FOTO: Dr.-Ing. Heinrich Theissen

Zudem steht eine Dachsanierung auf dem Programm. Auf der Seite links des Eingangs wird eine Etage aufgestockt. In der Empfangshalle ist bereits eine Zwischendecke eingezogen, denn für ihr Vorhaben mit einem erweiterten Angebot aus Rehasport, Physiotherapie, Präventionskursen und Gerätetraining brauchen die Investoren Platz.

Sichtbares Zeichen, dass am Lenneper Bahnhof eine neue Zeit angebrochen ist, wird sich am restaurierten Turm zeigen. Soll die Bahnhofsuhr dort doch wieder richtig gehen, was aus allen Himmelsrichtungen zu sehen sein wird. Dies bedeutet die Einzelanfertigung von vier neuen Zifferblättern und neuen Laufwerken, die an den Turmseiten angebracht werden. "Dass ist sicher Liebhaberei, aber als Lenneper lag mir das am Herzen", sagt Ingo Brögelmann lachend. Nach wie vor legen die Brögelmanns Wert darauf, den Charakter des historischen Baus zu bewahren und gleichzeitig dem Anspruch an eine moderne Ausstattung ihres Therapiezentrums gerecht zu werden.

Der hohe Sanierungsaufwand mit komplett neuer Haus- und Abwassertechnik wird zunehmend sichtbar. "Tendenziell war der Bau sicher abbruchreif", fasst der Bauherr die vielen erforderlichen Arbeitsschritte zusammen. So bereitet etwa die Isolierung des Gemäuers Schwierigkeiten, trifft man doch beim Ausschachten teilweise auf Fels.

Nach Abschluss des Umbaus soll der Umzug zügig erfolgen. Die angedachte Einrichtung einer Gastronomie werde wahrscheinlich zunächst in einer Art "Stehcafé" erfolgen und möglicherweise später erweitert werden. "Zunächst wollen wir unser Kerngeschäft realisieren. Was wir dann noch anpacken können, müssen wir sehen", sagt Brögelmann. Wenn er und seine Frau mit Praxis, Ausstattung und Mitarbeitern in die neuen, nun eigenen Räume umgezogen sind, werden sie die bislang gemieteten Räumlichkeiten an der Kölner Straße aufgeben. Das bedeutet, dass sich dort ein großer Leerstand auftun wird. Ingo Brögelmann selbst weiß noch nicht, was dort geplant ist.

Quelle: RP
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