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Remscheid
Im Walzertakt ab ins Himmelreich

Remscheid. Die Operettengala in der Klosterkirche sorgte beim Publikum für Begeisterung. Das Ehepaar Suhr tanzte zur Musik. Von Bernd Geisler

"Ich tanz' mit dir ins Himmelreich hinein", hieß das Motto der Operettengala, die Heike Müller-Ring (Lyrischer Mezzosopran), Ralf Feldhoff (Bass-Bariton), das Aachener Hochschul-Salonorchester "Achso" und das Tanzpaar Sabine und Michael Suhr zum Besten gaben. Die Klosterkirche war rappelvoll, in den Stuhlreihen saß ein erwartungsfrohes Operettenpublikum wie aus dem "Weißen Rößl" entsprungen. Den tropischen Temperaturen an diesem letzten Augustsonntag geschuldet, dampfte in der Klosterkirche das "Himmelreich" vor Höllenhitze. Ein Fächer war unabdingbar, doch leider hatten die meisten Besucher ihn nicht mit dabei - das Programmblatt musste her.

So wedelten die Blätter im Walzertakt und die Füße konnten gar nicht anders, als vom Sog der schmeichelnd-sentimentalen Melodien mitgerissen zu werden. Trotz der Hitze lieferten alle Künstler ein respektables Programm ab: Sie gewannen die Hitzeschlacht, der frackbewehrte Feldhoff warf nicht das Handtuch, sondern rettete sich damit bravourös über die Runden. Kleinere Konzentrationsschwierigkeiten im Zusammenspiel zwischen Orchester und Gesangssolisten gingen im Wedeln unter.

Die, die sie dennoch bemerkten, verziehen es mit einem Lächeln, wie es Gräfin Mariza in der gleichnamigen Operette von Emmerich Kalman ebenso getan hätte. Die Stimmung war glänzend, alle hielten sich tapfer, wenn auch einige im Publikum frei nach Udo Lindenberg "um die Nase blass" waren. So hießen dann alle auch die Pause nach einer runden Dreiviertelstunde höchst willkommen. Zuvor war der gesamte Minoritensaal bereits in Operettenseligkeit versunken. Besonders das Duett von Sängerin und Sänger "Reich mir zum Abschied noch einmal die Hände" aus "Viktoria und ihr Husar" von Paul Abraham überzeugte auf der ganzen Linie. Müller-Rings Mezzosopran war lyrisch weich und anschmiegsam und Feldhoffs Bariton strahlte passend zum Lied mit warmer und wehmütiger Stimme. Dazu schwebte das Paar Suhr im Dreivierteltakt über die frei gehaltene Fläche vor der Bühne.

Sabine Suhr machte in ihrem strahlend roten Kleid eine besonders anmutige Figur. Zum Höhepunkt geriet auch das instrumentale Potpourri aus Franz Lehars "Lustige Witwe".

Der "Ballsirenen-Walzer" etwa wollte auch in der Pause den Kopf nicht mehr verlassen. Ähnlich stimmungsvoll ging es nach der Pause weiter. "Die Fledermaus" (Johann Strauß) flog beschwingt durch die Luft, und der Walzer aus dem "Weißen Rößl" (Robert Stolz) machte stattliche Figur - die Besucher der Klosterkirche hatten sich inzwischen an die Hitze gewöhnt. Sie erklatschten sich stürmisch zwei Zugaben.

Quelle: RP
 
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