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Outlet-Center in Remscheid
In 154 Einzelschritten zum DOC

Remscheid. Der jetzt vorgestellte Bauzeitenplan zeigt anschaulich die ganze Dimension des Millionen-Projekts. Die geplante Eröffnung des Outlet-Centers Ende 2020 hängt stark am Ausgang der Klageverfahren. Von Henning Röser

Lange wurde er vor allen den Kritikern des 165-Millionen-Projekts eingefordert. Seit Donnerstag liegt der Bauzeitenplan für das DOC und die damit verbundenen Infrastrukturmaßnahmen in Lennep offiziell vor.

Auch wenn TBR-Chef Michael Zirngiebl im Hauptausschuss den Politikern per Powerpoint-Präsentation nur einen komprimierten Überblick gab, wurde noch einmal klar, welche logistische Herausforderung die Umsetzung des Millionen-Projekts für die Stadt bedeutet - und wie viel Aufwand. In 154 Einzelschritten wurde der DOC-Bau und die damit verbundenen Baustellen (zum großen Teil Straßenbaumaßnahmen) zerlegt. Die Kunst dabei: Sie so wieder zusammenzusetzen, dass die Rädchen perfekt ineinandergreifen.

So soll etwa die Wupperstraße, die für das DOC aufgegeben wird, so lange wie möglich in Betrieb bleiben. Sie wird als "Umring" für den Verkehr gebraucht, wenn die Arbeiten auf dem unteren Teil der Ringstraße beginnen. Mehr als sechs Monate tüftelten Stadt, TBR, Investor McArthur Glen und ein dafür engagiertes Projektsteuerungsbüro an diesem Plan, der nun die Matrix für die weiteren Arbeiten bildet. Die Stadt erfüllt damit eine Vorgabe aus dem städtebaulichen Vertrag,

Wie berichtet, will McArthur Glen das DOC in Lennep Ende 2020 eröffnen. Der Plan geht von einer Bauzeit von 28 bis 30 Monaten aus. Sieben Monate werden für die Vorbereitung der DOC-Baumaßnahmen eingeplant. Für die Schaffung der Infrastruktur ist die Stadt zuständig. Angesetzt wurden dafür 45 Monate, darum sind die Arbeiten seit acht Monaten bereits in vollem Gange, unter anderem an der Trecknase.

Die Zeitplanung geht davon aus, dass der vom Rat im Dezember 2016 verabschiedete Bebauungsplan zum 1. Mai 2018 Bestandskraft erlangt. Das heißt, er ist durch keine Klage mehr gefährdet.

Zirngiebl machte klar, dass sich die ganze Zeitplanung nach hinten verschiebt, wenn die Bestandskraft zum 1. Mai 2018 nicht erreicht wird. Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke (CDU) berichtete auf Nachfrage von Sven Wolf (SPD), dass unter anderem zwei Normenkontrollklagen gegen das Projekt vorliegen.

Zirngiebl äußerte auch erstmals öffentlich über die Probleme auf der Baustelle am Knoten Trecknase. Wie berichtet, hat die Stadt dem Bauunternehmer gekündigt Dabei ging er auch auf die in den sozialen Medien kursierenden Vorwürfe ein, dass die Stadt einen Fehler bei der Auswahl des Bauunternehmens gemacht habe. "Es lag nicht an unserer Dämlichkeit", hielt der TBR-Chef Kritikern entgegen. Die Stadt habe das Angebot der ausgewählten Firma, die nach den Regeln des Vergabeverfahrens das beste Angebot abgegeben habe, im Vorfeld genau überprüft. Dabei habe sich kein Grund ergeben, aus dem man den Zuschlag hätte ablehnen können.

Weil die Firma Teile des Auftrags gut ausgeführt habe, stehe ihr dafür auch Geld zu. Ein Gutachter wird die Baustelle noch einmal unter die Lupe nehmen.

Quelle: RP
 
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