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Remscheid
In der alten Stadtgärtnerei tut sich was

Remscheid: In der alten Stadtgärtnerei tut sich was
Auf dem Gelände der früheren Stadtgärtnerei finden verschiedene Qualifizierungsprojekte statt. Die Anlage sieht viel gepflegter aus als in den Jahren zuvor. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Das Freizeit-Potenzial des großen Geländes am Rande des Stadtparks soll langfristig gehoben werden. Von Henning Röser

Wer regelmäßig im Stadtpark spazieren geht, hat es längst bemerkt. In der ehemaligen Stadtgärtnerei, die am Hang unterhalb der Konzertmuschel liegt, tut sich etwas. Das ehemals zugewucherte Gelände wurde ordentlich freigeschnitten, die Wege zum Teil wiederhergestellt. Rosenbüsche klettern pittoresk an Metallgerüsten hinauf. Eine kleine Gruppe Menschen in Arbeitskleidung ist hier mit Gartenwerkzeug aktiv. Dieses langsame Aufwachen aus dem Dornröschenschlaf soll aber nur der erste Schritt sein. Die Stadtgärtnerei soll langfristig ein Teil des Stadtparks werden, der für Besucher offen steht. Dieses Ziel machte gestern bei einem Ortstermin der Bezirksvertretung Alt-Remscheid Sozialdezernent Thomas Neuhaus klar.

Möglich machen soll dies vor allem die Arbeit Remscheid gGmbH. Sie plant, ähnlich wie im Freizeitpark an der Kräwinkler Brücke, ein soziales Projekt, das sich langfristig selber trägt und einen Mehrwert für die Bürger bringt, sagt Geschäftsführer Ralf Barsties. Geschaffen werden soll dies von Menschen, die hier beruflich qualifiziert werden. Aktuell läuft ein Programm an, bei dem Flüchtlinge dort arbeiten und gleichzeitig Sprachunterricht bekommen. Ein liebevoll hergerichtete Unterrichtsraum steht bereits zur Verfügung. Weil die Stadt außer der Bereitstellung des Geländes nichts in das Projekt investieren kann, hängt alles von Fördermitteln von Bund und Land ab.

Erste Pflänzchen gedeihen schon. Bürger, die das Wiederwachen der Gärtnerei mit Freude verfolgen, haben sich bereits für Kooperationsangebote angeboten. Ein Bürgergartenprojekt, bei dem Remscheider auf dem Gelände ihr eigenes Gemüse ziehen, könnte entstehen. In anderen Städten läuft so was unter dem Stichwort "Urban Gardening" sehr gut.

Thomas Neuhaus und Ralf Barstieß träumen für die Zukunft von einem Café, in dem Stadtparkbesucher bewirtet werden können. Damit würde auch eine Brücke in die Vergangenheit geschlagen, denn Teil der früheren Anlage war eine Eisdiele, wie sich Ilsedore Uibel (SPD) gestern erinnerte. Welches Potenzial im Stadtpark steckt, habe zuletzt das sehr gut besuchte Park Food Festival gezeigt, sagte Barsties.

Eine echte Gärtnerei allerdings wird hier nicht mehr entstehen, auch wenn eines der vielen Gewächshäuser noch funktionsfähig ist. Finanziell gefördert werden nur Maßnahmen, die den Bedarf des Arbeitsmarktes decken, sagte Barsties. Bei Gärtnern ist das nicht der Fall.

Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD) berichtete, dass die Stadt sich jetzt um Fördergelder für die Umgestaltung des Stadtparks (mitsamt Teich) bewerben kann. Der Nachbar Wuppertal hat in ein gemeinsame Bewerbung eingewilligt. Das erhöht die Chancen auf Geld aus den Töpfen der EU.

Quelle: RP
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