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Remscheid
In Heizungen steckt viel Einsparpotenzial

Remscheid: In Heizungen steckt viel Einsparpotenzial
Dr. Jens Wichtermann (l.) stellt Fred Schulz, Sprecher der Klima-Allianz, und anderen Gästen in der Vaillant-Expo moderne Heiztechnik vor. FOTO: jürgen moll
Remscheid. Bei der dritten Klima-Drehscheibe ging es gestern im Hause der Vaillant-Group auch um die neuen Energie-Label. Von Anna Mazzalupi

Wenn es um das Thema Energiesparen geht, denken die meisten nur an Stromsparen. Aber: "Rund 90 Prozent der Energie werden für Warmwasser und Heizung verbraucht", erklärte Jens Wichtermann vom Nachhaltigkeitsmanagement der Vaillant Group gestern bei der dritten Klima-Drehscheibe der Klima-Allianz Remscheid. Die größten Energieverbraucher sind demnach die Gebäude, die 41 Prozent ausmachen.

Eine Zahl, die nicht nur die Mitglieder des Vereins überraschen dürfte. "Die Heizung wird aber eher stiefmütterlich behandelt", merkt Wichtermann an. Von den 20,5 Millionen Heizungsanlagen in Deutschland seien bis zu 71 Prozent in Punkto Energieverbrauch unzureichend effizient. Das liegt vor allem am Alter der Heizgeräte, die ein Durchschnittsalter von 25 Jahren vorweisen. Für Wichtermann liegt bei der Erneuerung der Anlagen ein Riesenpotenzial, wenn es darum geht, den CO2-Ausstoß zu verringern.

Um Nutzern einen Denkanstoß für eine mögliche Umrüstung der Anlagen zu geben, werden auch alte Geräte künftig verpflichtend mit Energielabeln, wie sie bereits für Elektrogeräte wie zum Beispiel Kühlschränke gängig sind, nachgerüstet. "Mit dem Label soll der Informations- und Beratungsbedarf geweckt werden", erklärt Monika Meves vom Umweltamt der Stadt Remscheid. Ab diesem September sind die Energiekennzeichnungen von Grün bis Rot zudem auch für Neugeräte verpflichtend.

Das sei ein wichtiger Schritt, um etwas gegen den Klimawandel zu tun, betont Wichtermann. Die Erneuerungsquote für Heizgeräte stagniere und liege bei nur rund 3 Prozent. Eine Beobachtung, die auch das Remscheider Umweltamt gemacht habe. "Die Energiewende kommt nicht nur allein über Strom, der nur rund zehn Prozent beim Energieverbrauch ausmacht", sagt Wichtermann.

Vaillant selbst hat sich seit 2011 mit dem Nachhaltigkeitsmanagement verschiedene Ziele zur Einsparung bis 2020 gesetzt. Das Programm "S.E.E.D.S" (Englisch für Nachhaltigkeit in Bezug auf Umwelt, Mitarbeiter, Entwicklung und Produkte, Gesellschaft) umfasst als Ziel unter anderem 20 Prozent weniger Wasserverbrauch und 25 Prozent weniger CO2-Emissionen in dem Unternehmen.

Im vierteljährlichen Rhythmus kontrolliert der Betrieb, ob die verbindlichen Ziele eingehalten werden können oder ob etwa geändert werden muss. So wurde etwa der Wasserverbrauch bereits in den letzten vier Jahren um bis zu 46 Prozent, der Energieverbrauch um 20 Prozent gesenkt.

Quelle: RP
 
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