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Remscheid
In Lennep entsteht ein eigener Stadtteil

Remscheid: In Lennep entsteht ein eigener Stadtteil
Auf breites Interesse stieß der Infoabend der Stadt im Forum Hackenberg: Viele Zuhörer wollten genaueres zur Planung wissen und nutzen die Gelegenheit, Zustimmung oder Missfallen zu äußern. FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Remscheid. Die DOC-Pläne für Lennep haben gestern eine weitere wichtige Hürde genommen. Mit großer Mehrheit und einer Gegenstimme der Linken beschloss der Hauptausschuss die Offenlage des Bebauungsplans. Insgesamt fünf Wochen können die Bürger ihre Bedenken, Einwände und Anregungen dazu abgeben. Die von den Grünen beantragte Bürgerbefragung wurde abgelehnt. Von Stefanie Bona und Henning Röser

Als wichtigen Schritt bei "der Realisierung des größten städtebaulichen Projekts in der Remscheider Geschichte" bezeichnete SPD-Fraktionschef Sven Wolf die Offenlage. In ihrer klaren Zustimmung für das DOC sieht sich die SPD auf der Seite der Mehrheit der Remscheider. Sowohl bei der ersten Bürgerbefragung als auch durch ihre mehrheitliche Stimmabgabe bei der Kommunalwahl für Parteien, die das DOC befürworten, hätten die Remscheider sich "zweimal sehr deutlich für die Ansiedlung eines DOC in Lennep ausgesprochen".

Bereits am Mittwochabend hatte die Stadt den Bürgern erneut Gelegenheit gegeben, ihre Einwände und Bewertungen vorzuzutragen.

Von Angesicht zu Angesicht mit dem Bürger: OB Burkhard Mast-Weisz, Henning Balzer (Mc Arthur Glenn) und Dr. Frank Weiser (von links). FOTO: Nico Hertgen

Trotz kontroverser Einstellung zum geplanten DOC verlief die Diskussion bei der Bürgerinfoveranstaltung weitgehend sachlich und diszipliniert. Für die den Plänen kritisch gegenüberstehende Bürgerinitiative Lennep fasste Peter Lange die bekannten Argumente zusammen. Er wiederholte den Vorwurf an Verwaltung und Politik, die Planungen auf Biegen und Brechen durchdrücken zu wollen. "Mit einem Flächenverbrauch von 70000 Quadratmetern ist das Projekt für ein Städtchen wie Lennep völlig überdimensioniert." Die Alleestraße würde zudem ein großer Verlierer der DOC-Ansiedlung sein.

Für die Befürworter des Outlets sprach Martin Gerhards. Der Lenneper bekräftigte, dass man die Chancen der Ansiedlung sehen müsse. Nun, da die Stadtverwaltung endlich den jahrelangen Forderungen Rechnung trage und in Sachen Stadtentwicklung aktiv werde, dürfe nicht weiter "gemeckert" werden. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz rang er das Versprechen ab, sich für ein schlüssiges Konzept rund ums Designer Outlet einzusetzen. Die Gutachter wiederholten ihre Einschätzung, dass für Verkehr, Lärm und Schadstoffbelastung funktionierende Lösungen gefunden werden können. Mast-Weisz sagte zu, sich der Diskussion erneut zu stellen, wenn sich entgegen den Erwartungen der Experten nach Fertigstellung des Outlet Centers Probleme hinsichtlich Verkehr und Lärm einstellen sollten. Unabhängig davon, ob die Bürger sich pro oder contra der Planungen positionieren, wurde während und in Gesprächen vor und nach der Veranstaltung eines deutlich: Die vorliegenden Entwürfe für das DOC können vielfach nicht überzeugen und werden häufig kritisch gesehen. Der sachliche, eher schmucklose Baustil kommt bei vielen Menschen nicht an. Stadtplanerin Sigrid Burkhart machte unmissverständlich deutlich, dass in Lennep ein weiterer, eigener Stadtteil entstehen werde - "und der braucht einen neuen Ausdruck." Altstadt-ähnliche Kulissen nachzubauen, sei denkmalrechtlich nicht zulässig. Wir dokumentieren Stimmen zu Pro und Contra.

So soll das DOC in Remscheid aussehen FOTO: McArthurGlenn
Quelle: RP
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